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Der Quantensprung: Was Quantencomputing für Ihre Zukunft (und Ihre Daten) bedeutet

Der Quantensprung: Was Quantencomputing für Ihre Zukunft (und Ihre Daten) bedeutet
⏱ 25 min
Bis 2030 wird der globale Markt für Quantencomputing voraussichtlich 1,25 Milliarden US-Dollar erreichen, ein deutliches Zeichen dafür, wie schnell diese potenziell revolutionäre Technologie in unser Leben eindringen wird.

Der Quantensprung: Was Quantencomputing für Ihre Zukunft (und Ihre Daten) bedeutet

Wir stehen am Beginn einer neuen technologischen Ära, die das Potenzial hat, unser Verständnis von Berechnung und Informationsverarbeitung grundlegend zu verändern. Quantencomputing, einst ein theoretisches Konzept aus den Laboren der Physik, mausert sich rasant zu einer greifbaren Realität. Diese aufstrebende Technologie verspricht, Probleme zu lösen, die für heutige Supercomputer unlösbar sind, und birgt damit immense Chancen und gleichzeitig tiefgreifende Risiken für die digitale Infrastruktur, auf der unsere moderne Gesellschaft basiert. Von der Entwicklung neuartiger Medikamente und Materialien über die Optimierung komplexer Logistiksysteme bis hin zur Knackung heutiger Verschlüsselungsmethoden – die Auswirkungen des Quantencomputings sind weitreichend und werden unsere Zukunft auf unvorstellbare Weise prägen. Es ist daher unerlässlich, die Grundlagen zu verstehen und sich auf die bevorstehenden Veränderungen vorzubereiten.

Die Grundlagen: Was ist Quantencomputing überhaupt?

Um die transformative Kraft des Quantencomputings zu begreifen, müssen wir zunächst die Grenzen der klassischen Computertechnologie beleuchten. Klassische Computer, wie wir sie täglich nutzen, arbeiten mit Bits. Ein Bit kann zwei Zustände annehmen: 0 oder 1. Jede Information und jede Berechnung wird letztlich auf diese binären Zustände zurückgeführt. Dies ermöglicht zwar unglaubliche Rechenleistungen, stößt aber bei bestimmten Problemklassen, insbesondere solchen mit exponentiell wachsender Komplexität, an seine Grenzen. Denken Sie an die Simulation komplexer Moleküle für die Arzneimittelentwicklung oder die Optimierung riesiger Netzwerke. Hier reichen die Kapazitäten klassischer Rechner nicht aus.

Quantencomputing basiert auf den Prinzipien der Quantenmechanik, einer wissenschaftlichen Theorie, die das Verhalten von Materie und Energie auf atomarer und subatomarer Ebene beschreibt. Diese Prinzipien erlauben es Quantencomputern, Berechnungen auf fundamental andere Weise durchzuführen, als es klassische Computer jemals könnten. Es ist kein Upgrade oder eine schnellere Version eines herkömmlichen Computers, sondern ein gänzlich neues Paradigma der Informationsverarbeitung.

Klassische Bits vs. Quanten-Bits (Qubits)

Der entscheidende Unterschied liegt im Informationsträger. Während klassische Computer mit Bits arbeiten, die entweder 0 oder 1 sind, nutzen Quantencomputer Qubits. Ein Qubit kann dank des Phänomens der Superposition nicht nur 0 oder 1 sein, sondern auch eine Überlagerung beider Zustände gleichzeitig. Stellen Sie sich eine Münze vor, die sich dreht: Solange sie sich dreht, ist sie weder Kopf noch Zahl, sondern beides zugleich. Erst wenn sie stoppt, nimmt sie einen definitiven Zustand an. Ähnlich verhält es sich mit einem Qubit.

Diese Fähigkeit zur Superposition ist der Schlüssel zur exponentiellen Leistungssteigerung. Mit N Qubits können Quantencomputer 2N Zustände gleichzeitig darstellen und verarbeiten. Ein klassischer Computer mit N Bits kann nur einen von 2N Zuständen zu einem bestimmten Zeitpunkt repräsentieren. Das bedeutet, dass mit nur wenigen hundert Qubits ein Quantencomputer mehr Zustände gleichzeitig repräsentieren könnte, als es Atome im beobachtbaren Universum gibt. Dies ermöglicht die parallele Bearbeitung von Problemen in einem Ausmaß, das für klassische Computer schlichtweg unvorstellbar ist.

Superposition und Verschränkung

Neben der Superposition spielt die Quantenverschränkung (Entanglement) eine weitere zentrale Rolle. Wenn zwei oder mehr Qubits verschränkt sind, sind ihre Zustände miteinander verknüpft, unabhängig von der räumlichen Distanz zwischen ihnen. Misst man den Zustand eines verschränkten Qubits, kennt man augenblicklich den Zustand des anderen, egal wie weit sie voneinander entfernt sind. Albert Einstein nannte dieses Phänomen "spukhafte Fernwirkung".

Diese Verschränkung ermöglicht es Quantencomputern, komplexe Korrelationen zwischen Datenpunkten zu erfassen und zu verarbeiten, was für bestimmte Algorithmen, wie den Shor-Algorithmus zur Faktorisierung großer Zahlen oder den Grover-Algorithmus zur schnellen Suche in unsortierten Datenbanken, von entscheidender Bedeutung ist. Diese beiden Algorithmen sind Paradebeispiele dafür, wie Quantencomputer klassische Algorithmen in Bezug auf Geschwindigkeit und Effizienz dramatisch übertreffen können.

Jenseits von Bits und Bytes: Qubits und Quantenphänomene

Die Realisierung von Qubits ist eine der größten technischen Herausforderungen im Quantencomputing. Verschiedene Technologien werden erforscht, um diese empfindlichen Quantenzustände zu erzeugen und zu kontrollieren. Dazu gehören supraleitende Schaltkreise, Ionenfallen, photonische Systeme und topologische Qubits. Jeder Ansatz hat seine eigenen Vor- und Nachteile in Bezug auf Stabilität, Skalierbarkeit und Fehlerraten.

Supraleitende Qubits arbeiten bei extrem niedrigen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt. Sie sind relativ einfach zu skalieren, aber anfällig für Rauschen und Dekohärenz. Ionenfallen nutzen geladene Atome, die mithilfe von elektromagnetischen Feldern in Position gehalten werden. Sie bieten hohe Kohärenzzeiten, sind aber schwieriger zu skalieren. Photonische Systeme nutzen Lichtteilchen (Photonen) als Qubits. Sie sind robuster gegenüber Dekohärenz, aber die Verschränkung und Manipulation von Photonen ist technisch anspruchsvoll.

Dekohärenz und Fehlerkorrektur

Die größte Hürde im Quantencomputing ist die Dekohärenz. Qubits sind extrem empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen wie Wärme, Vibrationen oder elektromagnetischer Strahlung. Diese Störungen können den fragilen Quantenzustand zerstören und zu Fehlern in der Berechnung führen. Ein Quantencomputer muss daher in einer extrem isolierten und kontrollierten Umgebung betrieben werden, oft in speziellen Kühlkammern, die Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt erreichen.

Um mit diesen Fehlern umzugehen, ist die Quantenfehlerkorrektur (Quantum Error Correction, QEC) unerlässlich. Dies ist ein komplexes Feld, das darauf abzielt, Fehler zu erkennen und zu korrigieren, ohne dabei die quantenmechanischen Zustände zu zerstören. Aktuelle Quantencomputer sind meist "Noisy Intermediate-Scale Quantum" (NISQ) Geräte – sie sind nicht fehlerfrei und ihre Qubit-Anzahl ist begrenzt. Die Entwicklung robuster QEC-Methoden ist entscheidend für den Übergang zu fehlertoleranten Quantencomputern, die für komplexe, praktische Anwendungen benötigt werden.

Algorithmen, die das Potenzial freisetzen

Die eigentliche Macht des Quantencomputings entfaltet sich durch spezielle Quantenalgorithmen, die die einzigartigen Eigenschaften von Qubits ausnutzen. Der bereits erwähnte Shor-Algorithmus kann die Faktorisierung großer Zahlen exponentiell schneller durchführen als jeder bekannte klassische Algorithmus. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Kryptographie, da viele heutige Verschlüsselungsmethoden auf der Schwierigkeit der Faktorisierung großer Zahlen basieren.

Ein weiterer wichtiger Algorithmus ist der Grover-Algorithmus, der eine quadratische Beschleunigung bei der Suche in unsortierten Datenbanken bietet. Während dies auf den ersten Blick nicht so dramatisch wie beim Shor-Algorithmus klingt, kann eine quadratische Beschleunigung in vielen praktischen Szenarien dennoch enorme Zeitersparnisse bedeuten.

Darüber hinaus gibt es vielversprechende Quantenalgorithmen für spezifische Anwendungsbereiche:

  • Quanten-Chemie und Materialwissenschaften: Simulation von Molekülstrukturen und chemischen Reaktionen zur Entwicklung neuer Medikamente, Katalysatoren und Materialien.
  • Optimierungsprobleme: Lösung komplexer Optimierungsaufgaben in Logistik, Finanzwesen und künstlicher Intelligenz.
  • Maschinelles Lernen: Entwicklung neuer maschineller Lernmodelle, die auf Quanteneffekten basieren und potenziell komplexere Muster erkennen können.
Potenzielle Beschleunigung durch Quantenalgorithmen
Shor-Algorithmus (Faktorisierung)Exponentiell
Grover-Algorithmus (Suche)Quadratisch
Klassische AlgorithmenLineare/Polynomielle Zeit

Anwendungsbereiche: Revolution in Wissenschaft und Industrie

Die potenziellen Anwendungsbereiche des Quantencomputings sind nahezu grenzenlos und berühren fast jeden Sektor der Wirtschaft und Forschung. Während die Technologie noch in den Kinderschuhen steckt, deuten erste Demonstrationen und theoretische Modelle auf bahnbrechende Fortschritte hin.

Medizin und Materialwissenschaften

Einer der vielversprechendsten Bereiche ist die Arzneimittelentwicklung und die Materialwissenschaft. Die genaue Simulation von Molekülen und chemischen Reaktionen ist für klassische Computer extrem schwierig. Quantencomputer könnten diese Lücke schließen und die Entdeckung neuer Medikamente, Impfstoffe oder fortschrittlicher Materialien, wie z.B. Hochtemperatur-Supraleiter, revolutionieren.

Forscher könnten die Wechselwirkungen von Proteinen und Medikamenten mit einer beispiellosen Genauigkeit modellieren, was zu gezielteren und wirksameren Therapien führen würde. Ebenso könnte die Entwicklung neuer Materialien für Batterien, Solarzellen oder langlebige Baustoffe durch präzise Quantensimulationen beschleunigt werden. Dies ist ein Bereich, in dem die Entdeckung eines einzigen revolutionären Materials oder Medikaments Milliarden an Wert schaffen könnte.

Finanzwesen und Logistik

Im Finanzwesen bieten Quantencomputer die Möglichkeit, komplexe Risikomodelle zu erstellen, Portfolio-Optimierungen durchzuführen und Betrugsmuster effektiver zu erkennen. Die Fähigkeit, eine riesige Anzahl von Variablen und deren Wechselwirkungen zu berücksichtigen, könnte Händlern und Analysten einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

Die Optimierung von Lieferketten und Logistikrouten ist ein weiteres Feld, das stark von Quantenalgorithmen profitieren könnte. Die Suche nach der effizientesten Route für Tausende von Fahrzeugen oder die Optimierung von Lagerbeständen in globalen Netzwerken sind klassische Beispiele für kombinatorische Optimierungsprobleme, bei denen Quantencomputer ihre Stärken ausspielen können. Dies könnte zu erheblichen Kosteneinsparungen und einer Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks führen.

Künstliche Intelligenz und Forschung

Auch im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) werden durch Quantencomputing neue Horizonte eröffnet. Quantenalgorithmen könnten das Training von KI-Modellen beschleunigen und die Entwicklung von KI-Systemen ermöglichen, die komplexere Muster erkennen und lernen können, als es mit heutigen Methoden möglich ist. Dies könnte zu Fortschritten in Bereichen wie der Bilderkennung, der natürlichen Sprachverarbeitung und der autonomen Steuerung führen.

In der Grundlagenforschung ermöglicht Quantencomputing die Simulation von Quantensystemen selbst. Dies ist entscheidend für unser Verständnis von fundamentalen Fragen der Physik, der Kosmologie und der Chemie. Die Möglichkeit, den Urknall oder das Verhalten von Schwarzen Löchern auf quantenmechanischer Ebene zu simulieren, rückt in greifbare Nähe.

Potenzielle Anwendungsfelder des Quantencomputings
Sektor Anwendungsbeispiel Nutzen
Pharma Entwicklung neuer Medikamente durch Molekül-Simulation Schnellere Zulassung, personalisierte Medizin
Materialwissenschaft Design neuer Materialien (z.B. Batterien, Supraleiter) Energieeffizienz, neue Technologien
Finanzwesen Portfolio-Optimierung, Risikomanagement Höhere Renditen, geringeres Risiko
Logistik Optimierung von Lieferketten und Routen Kostensenkung, Effizienzsteigerung
Künstliche Intelligenz Beschleunigtes KI-Training, neue Lernmodelle Fortschrittliche KI-Systeme
Kryptographie Brechen heutiger Verschlüsselungen, Entwicklung quantensicherer Kryptographie Neue Sicherheitsstandards

Quantencomputing und Datensicherheit: Eine zweischneidige Technologie

Die Fähigkeit des Quantencomputings, heute als sicher geltende Verschlüsselungsverfahren zu brechen, ist wahrscheinlich die unmittelbare und weitreichendste Bedankung für die breite Öffentlichkeit. Der Shor-Algorithmus, der mit einem ausreichend großen und stabilen Quantencomputer ausgeführt werden könnte, macht praktisch alle heute im Internet verwendeten asymmetrischen Verschlüsselungsstandards, wie RSA und ECC, obsolet.

Dies hat tiefgreifende Konsequenzen für die Datensicherheit. Sensible Daten, die heute verschlüsselt gespeichert werden – wie Finanztransaktionen, sensible Gesundheitsinformationen, nationale Sicherheitsgeheimnisse und persönliche Kommunikationsdaten – könnten in der Zukunft entschlüsselt werden. Dies ist besonders beunruhigend, da "Ernte und entschlüsseln"-Angriffe (Harvest now, decrypt later) bereits heute stattfinden könnten: Angreifer speichern verschlüsselte Daten und warten darauf, dass leistungsfähige Quantencomputer verfügbar werden, um diese dann zu entschlüsseln.

Die Quantenbedrohung für die heutige Kryptographie

Die meisten modernen Verschlüsselungssysteme basieren auf mathematischen Problemen, die für klassische Computer extrem schwierig zu lösen sind. Dazu gehört das Problem der Primfaktorzerlegung großer Zahlen (RSA-Verschlüsselung) oder das diskrete Logarithmusproblem (ECC-Verschlüsselung). Der Shor-Algorithmus kann diese Probleme jedoch mit polynomialer Komplexität lösen, was bedeutet, dass er exponentiell schneller ist als die besten klassischen Algorithmen.

Ein Quantencomputer mit nur wenigen tausend fehlerfreien Qubits wäre theoretisch in der Lage, die Verschlüsselung von Banktransaktionen, digitalen Signaturen und der gesicherten Kommunikation im Internet zu brechen. Die Auswirkungen wären verheerend und würden das Vertrauen in digitale Systeme weltweit erschüttern. Es ist daher unerlässlich, dass Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen sich dieser Bedrohung bewusst werden und proaktiv handeln.

Quantenresistente Kryptographie (Post-Quantum Cryptography)

Glücklicherweise arbeiten Kryptographen weltweit an der Entwicklung einer neuen Generation von Verschlüsselungsalgorithmen, die als quantenresistent oder post-quantenkryptographisch (PQC) bezeichnet werden. Diese Algorithmen basieren auf mathematischen Problemen, die voraussichtlich auch für Quantencomputer schwer zu lösen sind.

Das National Institute of Standards and Technology (NIST) in den USA hat bereits einen Prozess zur Standardisierung von PQC-Algorithmen eingeleitet. Verschiedene Ansätze werden verfolgt, darunter gitterbasierte Kryptographie, Code-basierte Kryptographie, multivariate Kryptographie und Signaturmethoden basierend auf Hash-Funktionen. Der Übergang zu diesen neuen Standards wird ein langwieriger und komplexer Prozess sein, der die Aktualisierung von Software, Hardware und Protokollen auf globaler Ebene erfordert.

2030
Geschätztes Datum für 1.000+ Qubit-Fehlertolerante Quantencomputer
10-15 Jahre
Geschätzte Zeitspanne für die vollständige Migration zu PQC
Millionen
Anzahl der Qubits, die für das Brechen von RSA-2048 benötigt werden (geschätzt)

Die Entwicklung und Implementierung von quantenresistenter Kryptographie ist eine der größten Herausforderungen der nächsten Dekade. Unternehmen, die heute sensible Daten speichern oder über deren langfristige Sicherheit nachdenken, sollten bereits jetzt die Migration zu PQC-Lösungen planen.

Die Herausforderungen: Warum wir noch nicht am Ziel sind

Trotz der enormen Fortschritte und des vielversprechenden Potenzials des Quantencomputings gibt es noch erhebliche Hürden zu überwinden, bevor diese Technologie ihren vollen Nutzen entfalten kann. Die aktuelle Generation von Quantencomputern, die sogenannten NISQ-Geräte, ist noch weit von den leistungsfähigen und fehlerfreien Systemen entfernt, die für die Lösung komplexer realer Probleme benötigt werden.

Skalierbarkeit und Qubit-Qualität

Die Erzeugung einer großen Anzahl von Qubits ist nur die halbe Miete. Entscheidend ist auch die Qualität dieser Qubits. Hohe Kohärenzzeiten (die Zeit, in der ein Qubit seinen Quantenzustand beibehalten kann) und niedrige Fehlerraten sind für eine zuverlässige Berechnung unerlässlich. Aktuelle Systeme leiden oft unter einer hohen Fehlerrate und einer begrenzten Anzahl von Qubits, was ihre praktische Anwendbarkeit einschränkt.

Die Skalierung von Quantencomputern auf Zehntausende oder gar Millionen von Qubits, wie sie für bestimmte Anwendungen wie die Faktorisierung großer Zahlen benötigt werden, ist eine immense ingenieurtechnische Herausforderung. Dies erfordert nicht nur die Entwicklung neuer Hardware-Architekturen, sondern auch fortschrittliche Kühltechnologien und ausgefeilte Kontrollsysteme.

Software- und Algorithmusentwicklung

Neben den hardwareseitigen Herausforderungen gibt es auch signifikante Defizite in der Software- und Algorithmenentwicklung. Die Programmierung von Quantencomputern erfordert ein tiefes Verständnis der Quantenmechanik und spezifischer Quantenalgorithmen. Neue Programmiersprachen und Entwicklungswerkzeuge sind erforderlich, um die Komplexität der Quantenberechnungen für eine breitere Nutzerbasis zugänglich zu machen.

Darüber hinaus müssen für viele Anwendungsbereiche noch neue Quantenalgorithmen entwickelt oder bestehende optimiert werden. Die Forschung im Bereich der Quantenalgorithmen ist ein aktives und wichtiges Feld, das eng mit der Hardware-Entwicklung verknüpft ist. Es gilt, die richtigen Algorithmen für die spezifischen Problemstellungen zu finden, die durch Quantencomputer gelöst werden können.

Kosten und Zugänglichkeit

Derzeit ist der Zugang zu Quantencomputern extrem kostspielig und auf spezialisierte Forschungseinrichtungen und große Technologieunternehmen beschränkt. Obwohl Cloud-basierte Quantencomputing-Dienste die Zugänglichkeit verbessern, bleiben die Kosten für intensive Nutzung hoch. Dies begrenzt die Verbreitung und Erforschung der Technologie.

Die Entwicklung von kostengünstigeren und robusteren Quantencomputern wird entscheidend sein, um die Technologie für eine breitere Anwendung zugänglich zu machen. Dies ist ein langfristiges Ziel, das aber notwendig ist, um das volle Potenzial des Quantencomputings auszuschöpfen.

"Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Ära der Rechenleistung. Die Herausforderungen sind immens, aber die potenziellen Belohnungen für Wissenschaft und Gesellschaft sind es ebenso. Es ist eine Zeit, in der Mut, Investitionen und interdisziplinäre Zusammenarbeit entscheidend sind."
— Dr. Evelyn Reed, Quantenphysikerin und Leiterin des Quantum Computing Lab

Ausblick: Die Ära der Quantencomputer

Die Entwicklung des Quantencomputings ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wir befinden uns derzeit in der Ära der NISQ-Geräte, die erste Einblicke und erste Anwendungen ermöglichen, aber noch nicht die volle revolutionäre Kraft entfalten können. Die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre werden voraussichtlich von der Weiterentwicklung der Hardware, der Erforschung neuer Algorithmen und dem Aufbau einer quantensicheren Infrastruktur geprägt sein.

Die größten Akteure in diesem Feld sind derzeit Technologiegiganten wie IBM, Google, Microsoft und Intel, aber auch eine Vielzahl von Start-ups und Forschungsinstituten weltweit arbeiten intensiv an der Weiterentwicklung. Die staatliche Förderung für Quantentechnologien steigt weltweit, was das strategische Interesse und die Bedeutung dieser Technologie unterstreicht.

Für Privatpersonen bedeutet dies zunächst, sich der potenziellen Auswirkungen bewusst zu werden. Während Sie wahrscheinlich nicht bald einen Quantencomputer zu Hause haben werden, werden die Fortschritte in Bereichen wie Medizin, Materialwissenschaften und künstliche Intelligenz Ihr Leben indirekt beeinflussen. Die kritischste Auswirkung, die Sie direkt betreffen kann, ist die Notwendigkeit, Ihre digitalen Daten für die Zukunft zu schützen, indem Sie auf quantenresistente Verschlüsselungsmethoden umsteigen, sobald diese verfügbar werden.

"Die Zeit zu handeln ist jetzt. Unternehmen und Regierungen, die auf die Umstellung auf quantenresistente Kryptographie warten, riskieren nicht nur ihre Daten, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihr Vertrauen in der digitalen Welt. Der Übergang wird komplex sein, aber die Alternative ist ungleich gefährlicher."
— Prof. Alistair Chen, Experte für Cybersicherheit an der Stanford University

Die Ära des Quantencomputings mag noch am Anfang stehen, doch ihr Potenzial, unsere Welt zu verändern, ist unbestreitbar. Es ist eine Technologie, die nicht nur die Grenzen des Möglichen verschiebt, sondern auch neue Fragen über Sicherheit, Ethik und die Zukunft der menschlichen Zivilisation aufwirft. Die Reise hat gerade erst begonnen.

Wann werden Quantencomputer alltäglich sein?
Es ist unwahrscheinlich, dass Quantencomputer in naher Zukunft alltägliche Geräte wie Smartphones oder Laptops ersetzen werden. Ihre Komplexität, Kosten und spezifischen Anforderungen machen sie eher für spezialisierte wissenschaftliche und industrielle Anwendungen geeignet. Voraussichtlich werden sie über Cloud-Dienste zugänglich sein, ähnlich wie heutige Supercomputer.
Kann mein aktueller Computer durch einen Quantencomputer gehackt werden?
Direkt gehackt im Sinne eines Software-Exploits durch einen Quantencomputer, nein. Die Gefahr besteht darin, dass die Verschlüsselung, die Ihre Daten schützt, durch einen zukünftigen Quantencomputer gebrochen werden könnte. Daher ist es wichtig, sich auf quantenresistente Verschlüsselung vorzubereiten.
Welche Unternehmen investieren am stärksten in Quantencomputing?
Zu den führenden Unternehmen, die stark in Quantencomputing investieren, gehören IBM, Google, Microsoft, Intel, Amazon (AWS) sowie eine Vielzahl von spezialisierten Start-ups wie Rigetti Computing, IonQ und PsiQuantum. Auch viele Regierungen weltweit fördern die Forschung und Entwicklung massiv.
Was sind die Hauptunterschiede zwischen Quanten- und klassischen Computern?
Klassische Computer arbeiten mit Bits (0 oder 1), während Quantencomputer Qubits verwenden, die dank Superposition 0, 1 oder beides gleichzeitig sein können. Dies, zusammen mit Phänomenen wie Verschränkung, ermöglicht Quantencomputern, bestimmte Probleme exponentiell schneller zu lösen als klassische Computer.