Die globale Gaming-Industrie hat im Jahr 2023 schätzungsweise 184 Milliarden US-Dollar umgesetzt, ein beeindruckender Anstieg gegenüber früheren Jahren, der das immense Wachstum und die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors unterstreicht.
Die Ära des „Play-to-Own“: Wie Blockchain Spieleökonomien und Eigentum neu gestaltet
Die Art und Weise, wie wir Videospiele spielen und mit ihnen interagieren, steht an der Schwelle zu einer revolutionären Transformation. Eine neue Ära, bekannt als „Play-to-Own“ (P2O), bricht an und verspricht, die traditionellen Machtverhältnisse zwischen Spieleentwicklern und Spielern grundlegend zu verändern. Im Kern dieses Wandels steht die Blockchain-Technologie, die es Spielern ermöglicht, nicht nur Zeit und Geld in Spiele zu investieren, sondern auch echtes Eigentum an virtuellen Gütern zu erwerben, diese zu handeln und sogar Wert daraus zu schöpfen. Dies ist weit mehr als nur ein neuer Trend; es ist ein Paradigmenwechsel, der die Definition von Eigentum im digitalen Raum neu formuliert und die Spieleökonomien von Grund auf neu gestaltet.
Vom Konsumenten zum Miteigentümer
Bislang waren Spieler im Wesentlichen Konsumenten. Sie kauften Spiele und virtuelle Gegenstände, die jedoch stets im Besitz der jeweiligen Spieleentwickler blieben. Ein virtuelles Schwert, ein seltener Skin oder ein Grundstück in einem Online-Spiel waren nur innerhalb der Grenzen des Spiels existent und konnten nicht außerhalb dieses Ökosystems gehandelt oder zu Geld gemacht werden. Mit dem Aufkommen von „Play-to-Own“-Spielen ändert sich dieses Szenario dramatisch. Spieler können nun durch ihr Engagement, ihre Fähigkeiten oder ihre Investitionen einzigartige digitale Vermögenswerte erwerben, die auf der Blockchain repräsentiert werden. Diese Vermögenswerte, oft in Form von Non-Fungible Tokens (NFTs), sind fälschungssicher, transparent und können tatsächlich dem Spieler gehören. Dies eröffnet Möglichkeiten für ein bisher unbekanntes Maß an Beteiligung und Wertschöpfung für die Spieler.
Die Blockchain als Rückgrat der neuen Ökonomie
Die zugrundeliegende Technologie, die diesen Wandel ermöglicht, ist die Blockchain. Sie fungiert als dezentrales, unveränderliches Register, das alle Transaktionen und Eigentumsverhältnisse transparent und sicher aufzeichnet. Im Kontext von „Play-to-Own“-Spielen ermöglicht die Blockchain die Erstellung und Verwaltung von NFTs. Jeder NFT repräsentiert ein einzigartiges digitales Gut, sei es ein Charakter, ein Gegenstand, eine Landparzelle oder eine andere Spielressource. Da diese NFTs auf einer Blockchain existieren, sind sie gegen Verlust, Diebstahl oder Manipulation geschützt. Spieler können ihre NFTs sicher in ihren digitalen Wallets aufbewahren und sie auf speziellen Marktplätzen verkaufen oder tauschen, oft gegen Kryptowährungen, die wiederum in traditionelles Geld umgewandelt werden können. Diese Verbindung zwischen dem virtuellen Spielgeschehen und der realen Weltwirtschaft ist das Herzstück des „Play-to-Own“-Modells.
Von virtuellen Gütern zu realen Vermögenswerten: Die Evolution des Gamings
Die Vorstellung, dass virtuelle Gegenstände einen realen Wert haben, ist nicht neu. Schon seit Jahrzehnten investieren Spieler erhebliche Mengen an Zeit und Geld in Online-Spiele, um seltene oder mächtige Gegenstände zu erlangen. Was sich jedoch grundlegend ändert, ist die Art und Weise, wie dieser Wert repräsentiert und realisiert wird. Früher waren diese Gegenstände an die Server und die Spielwelt des Entwicklers gebunden. Heute können sie dank Blockchain-Technologie als eigenständige, handelbare Vermögenswerte existieren.
Die Grenzen traditioneller In-Game-Käufe
In traditionellen Spielen erwerben Spieler oft „virtuelle Währung“ oder spezifische Gegenstände, die jedoch nie wirklich ihr Eigentum werden. Diese Käufe sind meist nicht übertragbar und verlieren ihren Wert, sobald der Spieler das Spiel verlässt oder der Entwickler den Dienst einstellt. Die Investition ist somit auf die Dauer des Spiels und die Gunst des Entwicklers beschränkt. Dies führt zu einer Einbahnstraße des Wertflusses, bei der die Einnahmen primär beim Entwickler verbleiben und die Spieler keine Möglichkeit haben, ihre erworbenen digitalen Güter zu monetarisieren oder in andere Kontexte zu übertragen. Laut einer Studie von Newzoo geben durchschnittlich 40% der Spieler monatlich Geld für In-Game-Käufe aus, was die immense finanzielle Beteiligung der Spieler unterstreicht, ohne dass diese dabei echtes Eigentum erwerben.
Das Aufkommen von „Play-to-Earn“ und die Weiterentwicklung zu „Play-to-Own“
Der Vorläufer des „Play-to-Own“-Konzepts war „Play-to-Earn“ (P2E). P2E-Spiele wie Axie Infinity ermöglichten es Spielern, durch das Spielen Kryptowährungen oder NFTs zu verdienen, die dann auf externen Märkten gehandelt werden konnten. Dies war ein großer Schritt, da es den Spielern erstmals erlaubte, einen direkten finanziellen Gewinn aus ihrem Spiel zu erzielen. „Play-to-Own“ geht jedoch noch einen Schritt weiter. Es betont nicht nur das Verdienen, sondern vor allem das *Eigentum* an den erworbenen digitalen Vermögenswerten. Spieler besitzen die NFTs, die ihre Spielgegenstände repräsentieren, und haben die volle Kontrolle darüber, was sie damit tun – sie können sie verkaufen, tauschen, verleihen oder sogar in anderen Spielen oder Metaversen nutzen, sofern diese interoperabel sind. Diese Betonung des Eigentums schafft eine tiefere Bindung zwischen Spieler und Spiel und fördert ein nachhaltigeres Ökosystem.
Die wirtschaftliche Bedeutung von virtuellen Vermögenswerten
Die wirtschaftliche Bedeutung virtueller Vermögenswerte im Rahmen von „Play-to-Own“-Spielen ist nicht zu unterschätzen. Spieler können durch den Erwerb von seltenen NFTs, die zum Beispiel den Zugang zu exklusiven Inhalten oder mächtige Spielfähigkeiten gewähren, einen erheblichen Wert aufbauen. Diese Vermögenswerte können dann auf NFT-Marktplätzen wie OpenSea oder spezialisierten Spiele-Marktplätzen gehandelt werden. Preise für seltene NFTs können dabei in die Tausende oder sogar Millionen von Dollar gehen, je nach Seltenheit, Nützlichkeit und Nachfrage innerhalb des Spiels und der breiteren Krypto-Community. Dies schafft eine neue Einkommensquelle für Spieler, insbesondere in Regionen, in denen traditionelle Beschäftigungsmöglichkeiten begrenzt sind. Reuters berichtet über die Herausforderungen und die wachsende Popularität dieses Modells.
Blockchain-Technologie als Fundament des „Play-to-Own“
Ohne die Blockchain-Technologie wäre das Konzept des „Play-to-Own“ schlichtweg nicht realisierbar. Ihre Kernmerkmale – Dezentralisierung, Transparenz, Unveränderlichkeit und Sicherheit – sind entscheidend, um das Versprechen von echtem digitalem Eigentum zu erfüllen. Verschiedene Blockchains und ihre jeweiligen Mechanismen spielen dabei eine Rolle, wobei Ethereum lange Zeit die dominante Plattform war, aber auch neuere, skalierbarere und kostengünstigere Alternativen wie Polygon, Solana oder Binance Smart Chain an Bedeutung gewinnen.
Non-Fungible Tokens (NFTs) – Die Bausteine des Eigentums
Das Herzstück des „Play-to-Own“-Modells sind die Non-Fungible Tokens (NFTs). Im Gegensatz zu Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether, die „fungibel“ sind (eine Einheit ist austauschbar gegen eine andere), ist jeder NFT einzigartig und nicht austauschbar. Ein NFT kann ein virtuelles Grundstück, ein Charakter mit spezifischen Eigenschaften, ein seltenes Ausrüstungsstück oder sogar ein digitales Kunstwerk innerhalb eines Spiels repräsentieren. Wenn ein Spieler einen solchen Gegenstand im Spiel erwirbt, wird ein entsprechender NFT auf der Blockchain geprägt. Dieser NFT enthält alle relevanten Daten über den Gegenstand, einschließlich seiner Einzigartigkeit, seiner Eigenschaften und seines aktuellen Besitzers. Die Blockchain stellt sicher, dass diese Daten manipulationssicher und öffentlich überprüfbar sind. Dies verleiht dem virtuellen Gegenstand eine reale, nachweisbare Identität und Eigentümerschaft.
Intelligente Verträge (Smart Contracts) – Die Regeln des Spiels
Intelligente Verträge sind selbstausführende Verträge, deren Bedingungen direkt in Code geschrieben sind. Sie laufen auf der Blockchain und automatisieren Prozesse, sobald vordefinierte Bedingungen erfüllt sind. Im Kontext von „Play-to-Own“-Spielen ermöglichen intelligente Verträge die Verwaltung des Eigentums an NFTs, die Ausführung von Handelstransaktionen auf Marktplätzen und die Verteilung von Belohnungen. Wenn ein Spieler beispielsweise einen Gegenstand verkauft, kann ein intelligenter Vertrag automatisch den NFT an den Käufer übertragen und die vereinbarte Kryptowährung an den Verkäufer senden, alles ohne die Notwendigkeit einer zentralen Vermittlungsinstanz. Dies erhöht die Effizienz und Sicherheit von Transaktionen erheblich und reduziert das Risiko von Betrug.
Dezentralisierung und Sicherheit
Die dezentrale Natur der Blockchain bedeutet, dass keine einzelne Entität die Kontrolle über die Daten oder Transaktionen hat. Stattdessen wird das Netzwerk von vielen Computern (Nodes) weltweit betrieben. Dies macht das System widerstandsfähig gegen Zensur und Ausfälle. Für Spieler bedeutet dies, dass ihr digitales Eigentum nicht einfach durch eine Entscheidung eines Spieleentwicklers oder einer Regierung entzogen werden kann. Die kryptografischen Verschlüsselungsstandards, die in Blockchains verwendet werden, gewährleisten zudem ein hohes Maß an Sicherheit, sodass die Besitztümer der Spieler vor unbefugtem Zugriff geschützt sind, solange ihre privaten Schlüssel sicher aufbewahrt werden.
NFTs: Die Schlüssel zu echtem Eigentum im Spiel
Non-Fungible Tokens (NFTs) sind die technologische Grundlage, die es Spielern ermöglicht, echtes Eigentum an virtuellen Gegenständen in Spielen zu besitzen. Sie transformieren statische digitale Objekte in dynamische, handelbare Vermögenswerte, die einen Wert außerhalb der reinen Spielmechanik darstellen können. Das Verständnis der Funktionsweise und des Potenzials von NFTs ist entscheidend, um die Auswirkungen des „Play-to-Own“-Paradigmas vollständig zu erfassen.
Was macht einen NFT so einzigartig?
Jeder NFT ist ein einzigartiger digitaler Vermögenswert, der auf einer Blockchain gespeichert ist. Diese Einzigartigkeit wird durch die Metadaten des Tokens gewährleistet, die Informationen wie den Namen des Gegenstands, seine Beschreibung, seine Eigenschaften und einen Link zu seiner digitalen Darstellung (z. B. ein Bild, ein 3D-Modell) enthalten können. Im Kontext von Spielen kann ein NFT beispielsweise ein Schwert mit einer bestimmten Stärke und einem besonderen Aussehen sein, das nur einmal existiert. Dieser NFT wird dann in der Wallet des Spielers gespeichert und kann auf Blockchain-explorern wie Etherscan oder Polygonscan eingesehen werden. Die Herkunft und die Besitzhistorie des NFTs sind transparent und nachvollziehbar, was ein neues Maß an Vertrauen und Verifizierung schafft.
Anwendungsfälle von NFTs in „Play-to-Own“-Spielen
Die Anwendungsfälle von NFTs in „Play-to-Own“-Spielen sind vielfältig und reichen von einfachen Gegenständen bis hin zu komplexen Spielsystemen:
- Charaktere und Avatare: Spieler können einzigartige Charaktere mit besonderen Fähigkeiten oder kosmetischen Merkmalen besitzen und handeln.
- Virtuelle Gegenstände: Waffen, Rüstungen, Werkzeuge oder andere Ausrüstungsgegenstände, die durch ihren Besitz einen Vorteil oder eine einzigartige Funktion im Spiel bieten.
- Virtuelles Land und Immobilien: In vielen Spielen können Spieler Landparzellen oder Gebäude erwerben, die auf der Blockchain als NFTs repräsentiert sind. Diese können sie bebauen, vermieten oder weiterverkaufen.
- Sammelobjekte und kosmetische Items: Seltene Skins, Sticker oder andere kosmetische Anpassungen, die den Wert des Avatars erhöhen und auf Sekundärmärkten gehandelt werden können.
- Zugangspässe: NFTs können als Eintrittskarten für exklusive Events, Turniere oder spezielle Spielmodi dienen.
Die Möglichkeit, diese digitalen Vermögenswerte außerhalb des Spiels zu handeln, schafft einen potenziellen Einkommensstrom für Spieler und erhöht die Langlebigkeit und Attraktivität des Spiels.
Der NFT-Marktplatz: Ein neues Ökosystem für Spiele-Assets
Der Handel mit NFTs findet auf speziellen Marktplätzen statt. Plattformen wie OpenSea, Rarible oder Immutable X sind zu wichtigen Knotenpunkten für den Kauf, Verkauf und Tausch von spielbezogenen NFTs geworden. Diese Marktplätze bieten eine Schnittstelle, über die Spieler ihre NFTs auflisten, Angebote abgeben oder Angebote annehmen können. Die Transaktionen werden über Smart Contracts abgewickelt, was Sicherheit und Effizienz gewährleistet. Die Gebühren, die für Transaktionen auf diesen Marktplätzen anfallen, sowie die potenziellen Gewinne aus dem Verkauf von NFTs haben eine neue Wirtschaft innerhalb des Gamings geschaffen, die weit über das traditionelle Modell hinausgeht.
| NFT-Kategorie | Durchschnittlicher Preis (USD, Q4 2023 Schätzung) | Anzahl der aktiven Verkäufer (Q4 2023 Schätzung) |
|---|---|---|
| Virtuelle Grundstücke | $850 | 15.000 |
| Charaktere/Avatare | $320 | 25.000 |
| Spielgegenstände (Waffen, Rüstungen) | $95 | 40.000 |
| Kosmetische Items | $50 | 60.000 |
Dezentrale Spieleökonomien: Mehr als nur In-Game-Käufe
Die Einführung von Blockchain-Technologie in Videospielen geht weit über den einfachen Besitz von digitalen Gütern hinaus. Sie ebnet den Weg für wirklich dezentrale Spieleökonomien, in denen Spieler nicht nur Konsumenten, sondern auch Stakeholder und Mitgestalter sind. Diese neuen Ökosysteme zeichnen sich durch Transparenz, faire Verteilung von Werten und eine erhöhte Autonomie der Spieler aus.
Spieler als Wirtschaftsteilnehmer
In traditionellen Spielen sind die wirtschaftlichen Aktivitäten stark zentralisiert. Entwickler legen die Preise fest, kontrollieren die Geldflüsse und bestimmen, welche Gegenstände verfügbar sind. „Play-to-Own“-Spiele hingegen können dezentrale autonome Organisationen (DAOs) integrieren, bei denen die Spieler durch den Besitz von Governance-Tokens Stimmrechte bei wichtigen Entscheidungen des Spiels haben. Dies kann die Entwicklung von Spielinhalten, die Verteilung von Einnahmen oder die Anpassung von Spielmechaniken umfassen. Spieler werden so zu aktiven Teilnehmern an der Gestaltung und am Erfolg des Spiels, was zu einer tieferen Bindung und einem stärkeren Gemeinschaftsgefühl führt. Sie können durch ihr Engagement, ihre Investitionen und ihre Beiträge zum Spiel aktiv an dessen Wertschöpfung teilhaben.
Interoperabilität und offene Märkte
Ein weiteres vielversprechendes Merkmal dezentraler Spieleökonomien ist das Potenzial für Interoperabilität. Das bedeutet, dass virtuelle Gegenstände, die in einem Spiel erworben wurden, potenziell in anderen Spielen oder Metaversen verwendet werden können, sofern die Entwickler dies ermöglichen und die zugrundeliegenden Standards kompatibel sind. Dies würde den Wert von NFTs exponentiell steigern, da sie nicht mehr an ein einzelnes Spiel gebunden wären. Ein seltener NFT-Helm, der in einem Rollenspiel erworben wurde, könnte beispielsweise auch in einem Actionspiel oder einem virtuellen sozialen Raum als kosmetisches Element dienen. Dies fördert die Entstehung von offenen Märkten, in denen digitale Vermögenswerte dynamisch und grenzüberschreitend gehandelt werden können.
Nachhaltige Spielmodelle und Community-Wachstum
Die „Play-to-Own“-Modelle haben das Potenzial, nachhaltigere Spieleökonomien zu schaffen. Indem sie Spielern die Möglichkeit geben, echten Wert aus ihrem Engagement zu ziehen, werden sie motiviert, längerfristig am Ball zu bleiben. Dies führt zu stabileren und engagierteren Spielerbasen, die wiederum für Spieleentwickler wertvoller sind als kurzfristige Spieler. Die Transparenz der Blockchain und die Gemeinschaftssteuerung durch DAOs können auch das Vertrauen stärken und das Wachstum von starken, loyalen Communities fördern. Diese Gemeinschaften werden zu wichtigen Säugern des Spiels, die zur Verbesserung, Vermarktung und zum Erfolg beitragen.
Herausforderungen und Chancen im „Play-to-Own“-Paradigma
Trotz des immensen Potenzials ist das „Play-to-Own“-Modell noch relativ jung und steht vor einer Reihe von Herausforderungen, die bewältigt werden müssen, um sein volles Versprechen zu erfüllen. Gleichzeitig eröffnen sich dadurch jedoch auch bedeutende neue Chancen für Spieler, Entwickler und die gesamte Gaming-Industrie.
Technische und Skalierbarkeitsherausforderungen
Eine der größten Herausforderungen für Blockchain-Spiele ist die Skalierbarkeit. Blockchains wie Ethereum, die lange Zeit die Hauptplattform für NFTs waren, können bei hoher Transaktionslast langsam und teuer werden (hohe „Gas“-Gebühren). Dies kann das Spielerlebnis beeinträchtigen, insbesondere in Spielen, die schnelle und häufige Transaktionen erfordern. Zwar arbeiten viele Projekte an Lösungen wie Layer-2-Skalierungslösungen (z. B. Polygon, Immutable X) und neuen, energieeffizienteren Blockchains, doch die Massentauglichkeit ist noch nicht vollständig erreicht. Die Benutzerfreundlichkeit ist ebenfalls ein kritischer Punkt: Die Einrichtung von Wallets, der Umgang mit privaten Schlüsseln und das Verständnis von Transaktionsgebühren können für Nicht-Krypto-Nutzer abschreckend sein.
Regulatorische Unsicherheit und Sicherheit von Spielern
Die regulatorische Landschaft für Kryptowährungen und NFTs ist noch im Entstehen. Unklarheiten bezüglich der Einstufung von digitalen Vermögenswerten als Wertpapiere oder andere regulierte Finanzinstrumente können die Entwicklung und Verbreitung von „Play-to-Own“-Spielen erschweren. Es besteht auch die Gefahr von Betrug und Scams im Krypto- und NFT-Bereich. Spieler, die nicht ausreichend informiert sind, könnten Opfer von Phishing-Angriffen, gefälschten Projekten oder Rug-Pulls werden, bei denen Entwickler das Geld der Investoren entwenden und das Projekt aufgeben. Die Aufklärung der Spieler über Risiken und die Schaffung sicherer Plattformen sind daher von entscheidender Bedeutung.
Chancen für Innovation und neue Geschäftsmodelle
Trotz der Herausforderungen eröffnen sich durch „Play-to-Own“ enorme Chancen. Entwickler können neue Monetarisierungsmodelle entwickeln, die nicht mehr ausschließlich auf dem Verkauf von Spielen oder kosmetischen Items basieren, sondern auch auf der Schaffung und dem Handel von digitalen Vermögenswerten. Sie können von den Transaktionsgebühren auf NFT-Marktplätzen profitieren oder durch die Ausgabe von eigenen Governance-Tokens eine stärkere Bindung zur Spielerbasis aufbauen. Für Spieler bedeutet dies die Möglichkeit, mit ihren Lieblingsbeschäftigungen Geld zu verdienen, ein echtes Gefühl des Eigentums zu entwickeln und Teil von dezentralen, von der Community gesteuerten Spielewelten zu werden. Die Technologie fördert auch die Kreativität bei der Entwicklung von Spielmechaniken und Welten, die speziell auf Blockchain-Funktionen zugeschnitten sind.
Ein wichtiger Aspekt ist auch die Möglichkeit, dass talentierte Spieler ihre Fähigkeiten monetarisieren können, was zu einer „akademischen“ Struktur führen kann, in der erfahrene Spieler neue Spieler anleiten und dafür bezahlt werden. Wikipedia bietet weitere Informationen zur Blockchain-Technologie.
Die Zukunft des Gamings: Spieler als Mitgestalter und Eigentümer
Die Ära des „Play-to-Own“ ist mehr als nur ein vorübergehender Trend; sie markiert einen fundamentalen Wandel im Verhältnis zwischen Spielern und Spieleentwicklern sowie in der Natur digitaler Vermögenswerte. Die Integration von Blockchain-Technologie hat das Potenzial, das Gaming-Erlebnis neu zu definieren und die Machtverhältnisse neu zu gestalten.
Vom passiven Konsumenten zum aktiven Teilnehmer
Die Zukunft des Gamings wird wahrscheinlich von einer stärkeren Einbindung der Spieler geprägt sein. Anstatt nur passive Konsumenten zu sein, werden Spieler zunehmend zu aktiven Teilnehmern, die an der Entwicklung, dem Management und der Monetarisierung von Spielewelten beteiligt sind. Die Möglichkeit, echtes Eigentum an digitalen Vermögenswerten zu besitzen, fördert ein tieferes Engagement und eine stärkere emotionale Bindung an die Spiele. Dies kann zu lebendigeren und nachhaltigeren Spielgemeinschaften führen, in denen die Spieler ein Mitspracherecht bei der zukünftigen Ausrichtung des Spiels haben.
Erweiterung des Spektrums von „Play-to-Own“
Das „Play-to-Own“-Konzept wird sich wahrscheinlich weiterentwickeln und neue Formen annehmen. Neben dem reinen Erwerben und Verkaufen von NFTs könnten wir eine stärkere Integration von „Play-to-Create“-Elementen sehen, bei denen Spieler eigene Inhalte erstellen und monetarisieren können, oder „Play-and-Earn“-Modelle, die eher auf passives Verdienen durch Engagement abzielen. Die zunehmende Reife der Technologie und die Entwicklung von benutzerfreundlicheren Schnittstellen werden dazu beitragen, dass diese Modelle für eine breitere Masse von Spielern zugänglich werden.
Das Metaversum und die globale Vernetzung
Im größeren Kontext des aufkommenden Metaversums spielen „Play-to-Own“-Spiele eine entscheidende Rolle. Sie sind oft die ersten Anwendungsfälle, die es Nutzern ermöglichen, digitale Güter zu besitzen und zu handeln, die über die Grenzen einzelner Plattformen hinausgehen können. Die Interoperabilität zwischen verschiedenen Spielen und virtuellen Welten wird es Spielern ermöglichen, ihre digitalen Identitäten und Besitztümer nahtlos von einem Ort zum anderen zu übertragen. Dies schafft ein vernetztes digitales Ökosystem, in dem Spieler ihre Präsenz und ihren Einfluss aufbauen können, ähnlich wie sie es in der physischen Welt tun.
Die Entwicklung von „Play-to-Own“ ist ein spannendes Kapitel in der Geschichte des Gamings. Während es noch Herausforderungen zu meistern gibt, sind die grundlegenden Prinzipien – Eigentum, Transparenz und Spielerermächtigung – dazu bestimmt, die Art und Weise, wie wir spielen und wie Spiele monetarisiert werden, nachhaltig zu verändern. Die Zukunft gehört den Spielern, die nicht nur spielen, sondern auch besitzen.
