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Die Mars-Vision: Ein neues Zeitalter der Menschheit

Die Mars-Vision: Ein neues Zeitalter der Menschheit
⏱ 18 min

Die Kosten für den Start einer Kilogramm-Nutzlast in den niedrigen Erdorbit sind seit 2010 um mehr als 90 % gesunken, ein bemerkenswerter Fortschritt, der die Reise zum Mars und darüber hinaus realistischer denn je erscheinen lässt.

Die Mars-Vision: Ein neues Zeitalter der Menschheit

Der Mars, einst ein ferner Traum, rückt mit bemerkenswerter Geschwindigkeit in greifbare Nähe. Wissenschaftler, Ingenieure und Raumfahrtagenturen weltweit arbeiten mit Hochdruck daran, die Vision einer bemannten Mission zum Roten Planeten innerhalb des nächsten Jahrzehnts zu verwirklichen. Diese ambitionierte Unternehmung ist nicht nur ein technologischer Meilenstein, sondern auch ein entscheidender Schritt in der Evolution der Menschheit, der uns potenziell zu einer multiplanetaren Spezies machen könnte.

Die nächsten zehn Jahre versprechen eine Ära beispielloser Fortschritte in der Raumfahrt. Von der Entwicklung leistungsstärkerer Raketensysteme über den Bau orbitaler Infrastrukturen bis hin zur Erforschung fortgeschrittener Lebenserhaltungssysteme – jede Facette der Weltraumforschung wird auf ein neues Niveau gehoben. Die strategische Bedeutung des Mars als nächstes Ziel ist unbestritten, doch die Reise dorthin erfordert eine sorgfältige Planung und die Bewältigung zahlreicher Hürden.

2030-2040
Anvisierter Zeitraum für erste bemannte Marslandungen
6-9 Monate
Reisezeit zum Mars
ca. 55 Millionen km
Geringste Entfernung Erde-Mars

Diese Missionen sind mehr als nur wissenschaftliche Expeditionen; sie sind Katalysatoren für Innovationen, die unser Leben auf der Erde verbessern werden. Die Entwicklungen in den Bereichen Materialwissenschaften, Energieerzeugung, Medizin und künstliche Intelligenz, die für die Marsmissionen notwendig sind, werden zweifellos breite Anwendung in verschiedenen Industrien finden.

Die Anziehungskraft des Mars

Was fasziniert uns so sehr am Mars? Es ist die Kombination aus wissenschaftlicher Neugier und dem tief verwurzelten menschlichen Drang, das Unbekannte zu erforschen. Die Frage nach potentiellem Leben, einst nur Stoff für Science-Fiction, wird nun ernsthaft untersucht. Die Entdeckung von Wassereis und organischen Molekülen auf dem Mars hat die wissenschaftliche Gemeinschaft elektrisiert und die Erwartungen an zukünftige Entdeckungen gesteigert.

Darüber hinaus bietet der Mars die Möglichkeit, eine zweite Heimat für die Menschheit zu etablieren. Angesichts der wachsenden globalen Herausforderungen auf der Erde, wie Klimawandel und Ressourcenknappheit, erscheint die Vorstellung einer Expansion in den Weltraum als logische Absicherung für das Überleben unserer Spezies. Dies ist keine Flucht vor der Verantwortung auf der Erde, sondern vielmehr eine Erweiterung unseres Horizonts und eine Versicherungspolice für die Zukunft.

Internationale Zusammenarbeit und private Initiativen

Die nächste Ära der Weltraumforschung ist geprägt von einer noch nie dagewesenen Zusammenarbeit zwischen staatlichen Raumfahrtagenturen und privaten Unternehmen. Während die NASA mit ihrem Artemis-Programm die Rückkehr zum Mond und die Vorbereitung für den Mars vorantreibt, investieren Unternehmen wie SpaceX, Blue Origin und andere Milliarden in die Entwicklung von Technologien, die den Zugang zum Weltraum revolutionieren.

Diese Partnerschaften beschleunigen den Fortschritt, senken die Kosten und ermöglichen ehrgeizigere Ziele. Die Synergie zwischen etablierten Akteuren und agilen Start-ups schafft ein dynamisches Ökosystem, das die Grenzen des Möglichen verschiebt. Die kommende Dekade wird zeigen, wie diese Kooperationen die Zukunft der Menschheit im All gestalten.

Raketentriebwerke der Zukunft: Mehr Schub für den Fortschritt

Das Herzstück jeder Raumfahrtmission ist die Rakete. Um den Mars zu erreichen und zurückzukehren, benötigen wir Systeme, die nicht nur leistungsfähiger, sondern auch wiederverwendbar und kosteneffizienter sind. Die Entwicklung dieser fortschrittlichen Triebwerke ist eine der größten Herausforderungen.

Die Ära der reinen Einwegraketen neigt sich dem Ende zu. Wiederverwendbarkeit ist der Schlüssel zur Kostensenkung und zur Ermöglichung häufigerer Flüge. Systeme wie die von SpaceX entwickelte Falcon 9 und die Starship-Plattform, die für interplanetare Reisen konzipiert ist, demonstrieren diesen Wandel eindrucksvoll. Diese Technologien reduzieren nicht nur die Startkosten dramatisch, sondern ermöglichen auch eine Skalierung von Missionen, die zuvor undenkbar waren.

Entwicklung der Startkosten pro kg (Schätzung)
Vor 201010.000 USD
2020er Jahre< 1.000 USD
Zukunft (Ziel)< 100 USD

Fortschrittliche Antriebssysteme

Neben der Wiederverwendbarkeit konzentriert sich die Forschung auf neue Antriebstechnologien, die kürzere Reisezeiten ermöglichen oder die Effizienz bestehender Systeme steigern. Chemische Raketen werden weiterhin eine wichtige Rolle spielen, aber alternative Ansätze wie elektrische Antriebe (Ionentriebwerke), Nuklearantriebe und sogar hypothetische Konzepte wie Fusionsantriebe werden erforscht.

Elektrische Antriebe sind bereits in vielen Satelliten im Einsatz und bieten eine hohe Effizienz für Langzeitmissionen, sind aber für bemannte Missionen, die schnelle Beschleunigung erfordern, oft zu leistungsschwach. Nuklearantriebe versprechen eine deutlich höhere Schubkraft und Effizienz, was die Reisezeiten zum Mars erheblich verkürzen könnte. Die Herausforderungen hierbei liegen in der Sicherheit und der öffentlichen Akzeptanz.

Materialien und Fertigung

Die Entwicklung von leichteren und widerstandsfähigeren Materialien ist entscheidend für den Bau von Raketen und Raumfahrzeugen. Fortschritte in der Nanotechnologie und der additiven Fertigung (3D-Druck) ermöglichen die Herstellung komplexer Bauteile, die mit herkömmlichen Methoden nicht realisierbar wären. Diese Technologien erlauben auch die Fertigung von Ersatzteilen und Werkzeugen direkt im Weltraum, was die Autonomie von Langzeitmissionen erhöht.

Die Fähigkeit, Raketenteile vor Ort zu drucken, reduziert die Abhängigkeit von Nachschublieferungen von der Erde und ist somit ein wichtiger Faktor für die Nachhaltigkeit zukünftiger Raumfahrtprogramme. Dies ist besonders relevant für Marsbasen, wo jede Lieferung von der Erde extrem kostspielig und zeitaufwendig ist.

"Die Wiederverwendbarkeit von Raketen ist nicht nur eine Frage der Kostensenkung, sondern eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass wir überhaupt an eine signifikante menschliche Präsenz jenseits des Erdorbits denken können. Ohne sie bleiben wir auf teure, einmalige Unternehmungen beschränkt."— Dr. Anya Sharma, Luft- und Raumfahrtingenieurin

Lunar Gateways und orbitales Bauen: Vorbereitung für den roten Planeten

Bevor die Menschheit den Sprung zum Mars wagt, wird der Mond als entscheidender Testplatz und Sprungbrett dienen. Das Artemis-Programm der NASA, in Partnerschaft mit internationalen Partnern und kommerziellen Unternehmen, zielt darauf ab, eine nachhaltige menschliche Präsenz auf dem Mond zu etablieren.

Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist das Lunar Gateway, eine kleine Raumstation, die den Mond umkreisen wird. Dieses Gateway dient als orbitaler Treffpunkt, als Forschungsplattform und als Zwischenstation für Missionen zum Mond und potenziell weiter zum Mars. Hier können Astronauten auf ihre langen Reisen vorbereitet, Ausrüstung gelagert und wissenschaftliche Experimente durchgeführt werden.

Das Lunar Gateway: Eine orbitale Basis

Das Lunar Gateway ist mehr als nur eine Raumstation; es ist ein Symbol für die nächste Phase der menschlichen Raumfahrt. Es wird die erste Raumstation im tiefen Weltraum sein, die von Menschen dauerhaft bewohnt wird, und wird entscheidende Daten über die Auswirkungen des Lebens und Arbeitens außerhalb des schützenden Erdmagnetfeldes liefern.

Die Station wird mit fortschrittlichen Lebenserhaltungssystemen ausgestattet sein, die darauf ausgelegt sind, menschliches Leben über lange Zeiträume zu unterstützen. Die Erfahrungen, die auf dem Gateway gesammelt werden, sind von unschätzbarem Wert für die Planung der Langzeitmissionen zum Mars, wo die Herausforderungen der Isolation, der Strahlung und der psychischen Belastung noch größer sein werden.

In-Situ Resource Utilization (ISRU) auf dem Mond

Ein Schlüsselaspekt für die Nachhaltigkeit von Mond- und Marsmissionen ist die Nutzung lokaler Ressourcen (ISRU). Auf dem Mond bedeutet dies die Gewinnung von Wassereis, das als Trinkwasser, zur Sauerstoffgewinnung und als Treibstoff für Raketen verwendet werden kann. Die Entdeckung von signifikanten Wasservorkommen in den polnahen Kratern des Mondes ist hierbei ein Game-Changer.

Die Fähigkeit, Treibstoff auf dem Mond herzustellen, reduziert die Menge, die von der Erde gestartet werden muss, drastisch. Dies macht die Rückkehr vom Mond und potenziell die Betankung von Marsraumschiffen erheblich einfacher und kostengünstiger. Es ist ein fundamentaler Schritt hin zur Schaffung einer autonomen Raumfahrtinfrastruktur.

Potenzielle Ressourcen auf dem Mond (geschätzt)
Ressource Nutzen Vorkommen
Wassereis Trinkwasser, Sauerstoff, Raketentreibstoff Polnahe Krater (erhebliche Mengen)
Helium-3 Potenzieller Brennstoff für Fusionsreaktoren Geringe Konzentration im Regolith
Metalle (Titan, Aluminium, Eisen) Konstruktionsmaterialien, 3D-Druck Regolith (variierende Konzentrationen)

Die Erforschung und Extraktion dieser Ressourcen wird die Grundlage für zukünftige Mondbasen und möglicherweise sogar für kommerzielle Unternehmungen auf dem Mond bilden.

Die Crew-Mission zum Mars: Herausforderungen und Zeitpläne

Die bemannte Mission zum Mars ist das ultimative Ziel der nächsten Dekade. Sie stellt die komplexeste und anspruchsvollste Unternehmung dar, die die Menschheit je in Angriff genommen hat. Die wissenschaftlichen, technischen, physiologischen und psychologischen Herausforderungen sind immens.

Die Reisezeit von 6 bis 9 Monaten, die extreme Strahlung im Weltraum, die karge Umgebung des Mars und die Notwendigkeit, autark über Monate oder sogar Jahre zu überleben, erfordern bahnbrechende Lösungen. Jede Komponente der Mission muss mit äußerster Präzision geplant und ausgeführt werden.

Technologische Hürden

Die größte technologische Herausforderung ist die Entwicklung eines zuverlässigen und sicheren Transportsystems. Dieses muss nicht nur die schwere Nutzlast (Crew, Ausrüstung, Lebenserhaltungssysteme) ins All bringen, sondern auch die notwendige Beschleunigung für die Reise zum Mars und die Landung auf der Marsoberfläche ermöglichen. Die Rückkehr zur Erde stellt eine weitere gewaltige Hürde dar.

Darüber hinaus sind Lebenserhaltungssysteme, die über Jahre hinweg funktionstüchtig bleiben und recyceln, unerlässlich. Die Energieversorgung auf dem Mars, wo Sonnenlicht schwächer ist als auf der Erde und Staubstürme die Solarpaneele bedecken können, erfordert zuverlässige und leistungsfähige Lösungen, wie z.B. kleine Kernreaktoren.

Physiologische und psychologische Auswirkungen

Die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper sind gut dokumentiert, aber die Langzeitwirkungen einer jahrelangen Exposition sind noch nicht vollständig verstanden. Knochen- und Muskelabbau, Sehveränderungen und potenzielle Auswirkungen auf das Immunsystem sind nur einige der Bedenken. Die intensive kosmische Strahlung außerhalb des Erdmagnetfeldes birgt ein erhöhtes Krebsrisiko und kann das zentrale Nervensystem schädigen.

Die psychologische Belastung der langen Isolation, der Enge auf engstem Raum und der Entfernung zur Erde ist ebenfalls eine immense Herausforderung. Die Crew muss sorgfältig ausgewählt und trainiert werden, um mit Stress und Konflikten umgehen zu können. Ein starkes Teamgefühl und effektive Kommunikationsstrategien sind überlebenswichtig.

Zeitpläne und Missionstypen

Verschiedene Raumfahrtagenturen und Unternehmen verfolgen unterschiedliche Zeitpläne. Die NASA plant mit dem Artemis-Programm, zunächst den Mond zu erreichen und dort eine nachhaltige Präsenz aufzubauen, um dann die Erfahrungen für eine Marsmission zu nutzen. SpaceX hat mit seinem Starship-Programm das Ziel, bereits in den späten 2020er oder frühen 2030er Jahren erste Frachtmissionen zum Mars zu senden, gefolgt von bemannten Flügen.

Die Wahl des Startfensters ist entscheidend, da sich Erde und Mars nur alle 26 Monate in einer günstigen Konstellation für eine Reise befinden. Dies bedeutet, dass eine Mission, die heute beginnt, auf die nächste Gelegenheit warten muss, falls sie die erste verpasst. Dies unterstreicht die Notwendigkeit präziser Planung und pünktlicher Ausführung.

Vergleich von Reisezeiten zum Mars (geschätzt)
Antriebssystem Reisezeit (Monate) Energiequelle
Chemisch (konventionell) 6 - 9 Flüssigtreibstoffe (z.B. Wasserstoff/Sauerstoff)
Elektrisch (Ionentriebwerk) 12 - 24+ Solarenergie oder Kernenergie
Nuklear-thermisch 3 - 6 Kernspaltung

Die Entwicklung leistungsstärkerer Antriebe, wie nuklear-thermische Systeme, könnte die Reisezeit drastisch verkürzen und somit die Risiken für die Besatzung reduzieren.

Beyond Mars: Die unendlichen Weiten des Sonnensystems

Während der Mars im Fokus der unmittelbaren Pläne steht, blickt die Menschheit bereits weiter in die Zukunft. Die Erforschung des Sonnensystems ist ein kontinuierlicher Prozess, und die technologischen Fortschritte, die für Marsmissionen entwickelt werden, ebnen den Weg für Expeditionen zu anderen Zielen.

Die Entdeckung von Ozeanen unter der eisigen Kruste von Monden wie Europa (Jupiter) und Enceladus (Saturn) hat die Suche nach außerirdischem Leben in unserem Sonnensystem neu entfacht. Diese eisigen Welten sind faszinierende Kandidaten für die Existenz von mikrobiellem Leben, da sie flüssiges Wasser und potenzielle Energiequellen besitzen.

Erforschung von Eismonden und Asteroiden

Zukünftige Missionen könnten Sonden beinhalten, die in der Lage sind, die eisigen Oberflächen von Europa und Enceladus zu durchdringen und die Ozeane zu erkunden. Dies würde eine unglaubliche wissenschaftliche Leistung darstellen und könnte unser Verständnis von Leben im Universum revolutionieren.

Die Erforschung von Asteroiden ist ebenfalls von großer Bedeutung, nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht, sondern auch im Hinblick auf die Ressourcen. Asteroiden sind reich an seltenen Metallen und anderen wertvollen Mineralien, die für zukünftige Weltraumindustrien von entscheidender Bedeutung sein könnten.

Die Suche nach Exoplaneten und außerirdischem Leben

Abseits unseres Sonnensystems sind Exoplaneten – Planeten, die andere Sterne umkreisen – das Hauptziel der Suche nach außerirdischem Leben. Teleskope wie das James Webb Space Telescope liefern bereits faszinierende Daten über die Atmosphären von Exoplaneten, und zukünftige Missionen könnten darauf abzielen, nach Biosignaturen zu suchen.

Die Entdeckung von bewohnbaren Planeten außerhalb unseres Sonnensystems wäre eine der größten Entdeckungen in der Geschichte der Menschheit und würde tiefgreifende philosophische und wissenschaftliche Fragen aufwerfen.

"Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Ära der Entdeckung. Die Möglichkeit, dass wir nicht allein im Universum sind, ist eine tiefgreifende und inspirierende Aussicht, die uns antreiben sollte, die Grenzen unseres Wissens weiter zu verschieben."— Prof. Dr. Jian Li, Astrophysiker

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Implikationen der neuen Weltraumära

Die Investitionen in die Raumfahrt sind keine reinen Kosten, sondern vielmehr Investitionen in die Zukunft, die erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile mit sich bringen. Die Weltraumindustrie wächst exponentiell und schafft neue Arbeitsplätze, treibt technologische Innovationen voran und eröffnet neue Märkte.

Von Satellitenkommunikation und Erdbeobachtung bis hin zu Weltraumtourismus und Rohstoffgewinnung – die wirtschaftlichen Möglichkeiten sind vielfältig. Diese Entwicklungen werden nicht nur die globale Wirtschaft verändern, sondern auch unser Verständnis von uns selbst und unserem Platz im Universum.

Wachstum der Weltraumwirtschaft

Die globale Weltraumwirtschaft wird auf Hunderte von Milliarden Dollar geschätzt und wächst stetig. Die Senkung der Startkosten durch wiederverwendbare Raketen hat den Zugang zum Weltraum demokratisiert und neue Geschäftsmodelle ermöglicht. Kleinere Unternehmen und Forschungseinrichtungen können nun leichter Satelliten starten und Daten sammeln.

Der aufkommende Weltraumtourismus, der zwar noch exklusiv ist, zeigt das Potenzial für neue Märkte. Langfristig könnten auch die Gewinnung von Ressourcen aus Asteroiden oder die Errichtung von Weltraumfabriken zu bedeutenden Wirtschaftsfaktoren werden.

Technologietransfer und Spin-offs

Viele Technologien, die ursprünglich für die Raumfahrt entwickelt wurden, haben ihren Weg in unseren Alltag gefunden. GPS, kratzfeste Linsen, Speisegele, moderne Filtertechnologien und Fortschritte in der medizinischen Bildgebung sind nur einige Beispiele. Die Anforderungen der Raumfahrt zwingen zu Innovationen, die dann oft breitere Anwendungen finden.

Die Entwicklung von fortschrittlichen Lebenserhaltungssystemen für Langzeitmissionen könnte beispielsweise die Effizienz von geschlossenen Ökosystemen auf der Erde verbessern, was in einer Welt mit wachsender Bevölkerung und begrenzten Ressourcen von unschätzbarem Wert wäre.

Globale Zusammenarbeit und Frieden

Große Weltraumprojekte erfordern oft internationale Zusammenarbeit, was zu verbesserten diplomatischen Beziehungen und einem gemeinsamen Ziel für die Menschheit führen kann. Die Internationale Raumstation (ISS) ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Nationen friedlich zusammenarbeiten können, um wissenschaftliche und technische Ziele zu erreichen.

Die gemeinsame Anstrengung, den Mars zu erreichen, könnte die Menschheit weiter vereinen und uns daran erinnern, dass wir alle Teil einer einzigen, fragilen Spezies sind, die einen gemeinsamen Planeten teilt. Die Exploration des Weltraums kann ein mächtiges Werkzeug für den Frieden und die globale Solidarität sein.

Die Rolle der künstlichen Intelligenz und Robotik

Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik sind keine bloßen Werkzeuge mehr, sondern integrale Bestandteile der modernen Raumfahrt. Sie sind unerlässlich für die Bewältigung der komplexen Herausforderungen, die mit der Erkundung des Weltraums verbunden sind, insbesondere bei Langzeitmissionen.

Von der Navigation autonomer Rover bis hin zur Unterstützung von Astronauten bei kritischen Operationen – KI und Robotik eröffnen neue Möglichkeiten und erhöhen die Sicherheit und Effizienz von Weltraummissionen.

Autonome Systeme für die Exploration

Autonome Rover und Sonden sind bereits heute im Einsatz, um ferne Welten zu erkunden. Sie können selbstständig Entscheidungen treffen, wissenschaftliche Daten analysieren und Routen planen, ohne ständige Anweisungen von der Erde. Dies ist entscheidend, da die Kommunikationsverzögerung mit Mars und darüber hinaus die Echtzeit-Steuerung unmöglich macht.

KI-gestützte Bilderkennung hilft bei der Identifizierung interessanter geologischer Formationen oder potenzieller Lebensformen. Roboterarme können Proben sammeln, Bohrungen durchführen und Geräte reparieren, was die Exposition von Astronauten gegenüber gefährlichen Umgebungen reduziert.

KI als Unterstützung für Astronauten

Bei bemannten Missionen wird KI als intelligenter Assistent für die Besatzung fungieren. Sie kann bei der Überwachung der Gesundheit der Astronauten helfen, vor potenziellen Gefahren warnen, komplexe Verfahren erklären und sogar bei der Diagnose und Behandlung medizinischer Notfälle unterstützen.

Darüber hinaus kann KI die Crew bei der Optimierung von Ressourcen wie Energie und Wasser unterstützen, indem sie Verbrauchsdaten analysiert und Vorschläge zur Effizienzsteigerung macht. Dies ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der Lebensfähigkeit einer Marsbasis.

Zukunftsperspektiven in der Robotik

Die nächste Generation von Robotern wird noch fortschrittlicher sein und menschenähnlichere Fähigkeiten besitzen. Dazu gehören verbesserte Mobilität, feinmotorische Fähigkeiten und die Fähigkeit, aus Erfahrungen zu lernen und sich an neue Situationen anzupassen. Dies wird die Errichtung von Basen und die Durchführung von komplexen wissenschaftlichen Experimenten auf anderen Planeten erheblich erleichtern.

Die Entwicklung von "Swarming Robots", die in Gruppen zusammenarbeiten, könnte ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, um große Gebiete des Mars zu kartieren oder komplexe Bauprojekte durchzuführen.

Wann wird die erste bemannte Mission zum Mars stattfinden?
Die genauen Zeitpläne variieren, aber die meisten Schätzungen gehen davon aus, dass die erste bemannte Marslandung zwischen 2030 und 2040 stattfinden wird. SpaceX peilt frühere Daten an, während offizielle Raumfahrtagenturen wie die NASA konservativere Schätzungen haben.
Wie lange wird die Reise zum Mars dauern?
Die Reisezeit zum Mars hängt von der Umlaufbahn der Planeten und der verwendeten Antriebstechnologie ab. Mit konventionellen chemischen Raketen dauert die Reise typischerweise zwischen 6 und 9 Monaten. Zukünftige Antriebssysteme könnten diese Zeit verkürzen.
Welche sind die größten Herausforderungen für bemannte Marsmissionen?
Die größten Herausforderungen umfassen die lange Reisezeit, die extreme Weltraumstrahlung, die Notwendigkeit fortschrittlicher Lebenserhaltungssysteme, die psychologische Belastung der Isolation, die Landung auf dem Mars und die Rückkehr zur Erde.
Wie finanzieren sich diese ambitionierten Weltraumprojekte?
Die Finanzierung erfolgt durch eine Kombination aus staatlichen Budgets von Raumfahrtagenturen (wie NASA, ESA), privaten Investitionen von Unternehmen (wie SpaceX, Blue Origin) und zunehmend auch durch öffentliche-private Partnerschaften.
Könnten wir auf dem Mars leben?
Langfristig ist es theoretisch möglich, auf dem Mars zu leben, aber es erfordert erhebliche technologische Fortschritte, um eine lebensfreundliche Umgebung zu schaffen. Dies beinhaltet die Schaffung von geschützten Habitaten, die Gewinnung von Ressourcen und möglicherweise sogar Terraforming-Prozesse über sehr lange Zeiträume.