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Das Ende der Konsolen? Eine Revolution im Gange

Das Ende der Konsolen? Eine Revolution im Gange
⏱ 15 min

Der globale Umsatz der Videospielbranche erreichte im Jahr 2023 schätzungsweise 184 Milliarden US-Dollar, doch hinter dieser beeindruckenden Zahl verbirgt sich ein fundamentaler Wandel, der die traditionelle Dominanz von Spielekonsolen herausfordert. Cloud-Gaming, künstliche Intelligenz und die Verbreitung von Abonnementdiensten verändern die Art und Weise, wie wir interagieren, spielen und uns unterhalten fundamental.

Das Ende der Konsolen? Eine Revolution im Gange

Seit Jahrzehnten sind Spielekonsolen wie PlayStation, Xbox und Nintendo Switch das Herzstück des Wohnzimmer-Entertainments. Sie boten eine dedizierte Plattform für High-Fidelity-Gaming, die oft über die Fähigkeiten von PCs hinausging und eine einfache Zugänglichkeit für ein breites Publikum schuf. Doch diese Ära scheint sich einem dramatischen Wendepunkt zu nähern. Neue Technologien und veränderte Konsumgewohnheiten deuten darauf hin, dass die physische Hardware, die wir kennen, möglicherweise bald nicht mehr die primäre Eintrittskarte in die Welt der interaktiven Unterhaltung sein wird.

Die Verschiebung weg von physischen Medien hin zu digitalen Downloads war nur der erste Schritt. Nun erleben wir eine noch tiefgreifendere Transformation, die durch Faktoren wie verbesserte Internetverbindungen, leistungsfähigere Serverfarmen und die allgegenwärtige Verbreitung von Smart-Geräten vorangetrieben wird. Die Spieler fragen sich zunehmend, ob der hohe Anschaffungspreis und die begrenzte Lebensdauer einer Konsole noch gerechtfertigt sind, wenn alternative, flexiblere und oft kostengünstigere Optionen zur Verfügung stehen.

Frühe Anzeichen der Veränderung

Schon seit Jahren experimentieren Entwickler und Publisher mit neuen Vertriebs- und Spielmodellen. Dienste wie Steam haben den PC-Markt revolutioniert und gezeigt, dass der digitale Vertrieb nicht nur praktikabel, sondern auch äußerst lukrativ ist. Cloud-Gaming-Plattformen wie GeForce Now, Stadia (obwohl eingestellt) und Xbox Cloud Gaming haben die Idee eines „Spiels überall“ auf eine neue Ebene gehoben. Diese Plattformen versprechen, grafisch anspruchsvolle Titel auf Geräten zu streamen, die ursprünglich nicht dafür konzipiert waren, wie Smartphones, Tablets oder sogar Smart-TVs.

Die Pandemie hat diesen Wandel noch beschleunigt. Als viele Menschen zu Hause festsitzen mussten, stieg die Nachfrage nach digitaler Unterhaltung sprunghaft an. Dies gab Diensten, die flexiblen Zugang zu Spielebibliotheken boten, einen enormen Schub. Die Möglichkeit, auf eine Vielzahl von Spielen zuzugreifen, ohne jedes einzelne kaufen zu müssen, sprach immer mehr Verbraucher an. Dieser Trend deutet auf eine Verschiebung der Erwartungen hin: Spieler wünschen sich mehr Auswahl, mehr Flexibilität und eine geringere Hürde für den Einstieg.

Cloud-Gaming: Die Streaming-Zukunft der Spiele

Cloud-Gaming ist wohl der prominenteste Katalysator für den Wandel. Anstatt Spiele auf lokaler Hardware auszuführen, werden sie auf leistungsstarken Servern im Rechenzentrum gerendert und das Bildsignal wird per Streaming an das Endgerät des Nutzers gesendet. Dies eliminiert die Notwendigkeit teurer und leistungsstarker Hardware auf Spielerseite. Ein schneller Internetzugang wird zur wichtigsten Voraussetzung.

Die Technologie hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Latenzzeiten, die einst ein unüberwindbares Hindernis darstellten, sind dank fortschrittlicher Netzwerkinfrastrukturen und intelligenter Algorithmen deutlich reduziert worden. Dienste wie Xbox Cloud Gaming, das Teil von Xbox Game Pass Ultimate ist, ermöglichen es Spielern, AAA-Titel auf ihren Smartphones, Tablets oder PCs zu spielen, ohne dass diese über die nötige Leistung verfügen müssten. NVIDIA GeForce Now bietet eine ähnliche Funktionalität, indem es den Zugriff auf bereits gekaufte Spiele auf verschiedenen Plattformen ermöglicht.

Die Vorteile sind offensichtlich: keine langen Downloads, keine Installationen, keine Notwendigkeit für ständige Hardware-Upgrades. Ein Spiel kann auf einem Gerät gestartet und auf einem anderen fortgesetzt werden. Dies eröffnet völlig neue Möglichkeiten für den Zugang zu Spielen und macht sie für ein breiteres Publikum zugänglicher.

Technische Herausforderungen und Fortschritte

Trotz der Fortschritte bleiben technische Hürden bestehen. Eine stabile und schnelle Internetverbindung ist unerlässlich, und Gebiete mit schlechter Netzabdeckung bleiben ausgeschlossen. Latenz ist nach wie vor ein kritischer Faktor, insbesondere für kompetitive Multiplayer-Spiele, bei denen Millisekunden über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Die Bildqualität kann je nach Internetverbindung variieren und erreicht möglicherweise nicht immer die visuelle Pracht, die auf dedizierter High-End-Hardware möglich ist.

Die Entwicklung von 5G-Netzwerken und zukünftigen Generationen von Mobilfunktechnologien verspricht jedoch, diese Latenzprobleme weiter zu minimieren. Unternehmen investieren massiv in die Verbesserung ihrer Streaming-Technologien, um die Bildqualität zu optimieren und die Eingabeverzögerung zu minimieren. Die Verlagerung der Rechenleistung in die Cloud bedeutet auch, dass Spieleentwickler sich auf die Optimierung für eine breitere Palette von Geräten konzentrieren können, anstatt sich auf spezifische Konsolen-Hardware zu beschränken.

Die Rolle von Diensten wie GeForce Now und Xbox Cloud Gaming

NVIDIA GeForce Now hat einen interessanten Ansatz gewählt, indem es Spielern erlaubt, Spiele, die sie bereits auf Plattformen wie Steam oder Epic Games Store besitzen, in der Cloud zu spielen. Dies reduziert die Hemmschwelle für viele Spieler, da sie nicht gezwungen sind, ihre bestehende digitale Bibliothek aufzugeben. Xbox Cloud Gaming hingegen ist stark in das Ökosystem von Xbox Game Pass integriert und bietet einen direkten Zugang zu einer riesigen Bibliothek von Spielen für Abonnenten.

Diese Dienste sind nicht nur technologische Demonstrationen, sondern wachsende Ökosysteme. Sie ziehen Spieler an, die von den Vorteilen des Streamings profitieren möchten, und zwingen traditionelle Hardware-Hersteller, ihre eigenen Strategien zu überdenken. Die Verfügbarkeit von Spielen über den Cloud-Zugang könnte die Attraktivität des Kaufs teurer Konsolen für einige Verbraucher verringern.

Erwartetes Wachstum des Cloud-Gaming-Marktes (in Milliarden USD)
20232.5
20243.7
20255.1
202812.0

Künstliche Intelligenz: Mehr als nur NPCs

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein weiterer Game-Changer, der weit über die traditionelle Rolle von Nicht-Spieler-Charakteren (NPCs) hinausgeht. Während KI schon immer eine Rolle in Spielen gespielt hat, um Gegner und Umgebungen zu steuern, eröffnen moderne KI-Technologien wie maschinelles Lernen und generative KI neue Dimensionen.

KI kann eingesetzt werden, um die Spielentwicklung zu beschleunigen, indem sie bei der Erstellung von Assets, Texturen oder sogar Level-Designs hilft. Sie kann auch dazu beitragen, die Spielerfahrung zu personalisieren. Dynamische Schwierigkeitsgrade, die sich an die Fähigkeiten des Spielers anpassen, oder prozedural generierte Inhalte, die auf die Vorlieben des Spielers zugeschnitten sind, sind nur einige Beispiele. Dies kann zu einer immersiveren und ansprechenderen Erfahrung führen, die sich für jeden Spieler einzigartig anfühlt.

Personalisierung und adaptive Spielerlebnisse

Stellen Sie sich ein Spiel vor, das die Emotionen des Spielers erkennt und die Geschichte oder das Gameplay entsprechend anpasst. Oder ein Spiel, das die Spielweise eines Spielers analysiert und ihm Inhalte anbietet, die seinen Interessen am besten entsprechen. Dies ist keine ferne Zukunftsvision mehr, sondern etwas, das mit fortschrittlicher KI möglich wird. Maschinelles Lernen kann verwendet werden, um Spielerprofile zu erstellen und das Spielerlebnis in Echtzeit zu optimieren.

Dies bedeutet, dass Spiele nicht mehr statisch sein müssen. Sie können sich mit dem Spieler entwickeln, ihm immer wieder neue Herausforderungen bieten und ihn auf eine Weise fesseln, die zuvor undenkbar war. Die KI kann auch dazu beitragen, die Barrierefreiheit von Spielen zu verbessern, indem sie beispielsweise automatische Untertitel generiert oder Spieler mit eingeschränkter Mobilität unterstützt.

KI in der Spielentwicklung

Die Entwicklungszyklen von AAA-Spielen sind oft lang und kostspielig. KI kann hier eine entscheidende Rolle spielen, um diesen Prozess zu rationalisieren. Generative KI-Tools können beispielsweise bei der Erstellung von Konzeptzeichnungen, 3D-Modellen, Texturen oder sogar Dialogen helfen. Dies spart Entwicklern Zeit und Ressourcen, die dann für kreativere Aspekte des Spieldesigns verwendet werden können.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Verbesserung der NPC-Intelligenz. NPCs könnten realistischere Verhaltensmuster aufweisen, aus ihren Interaktionen lernen und auf komplexe Weise auf die Aktionen des Spielers reagieren. Dies würde die Immersion und Glaubwürdigkeit der Spielwelten erheblich steigern. Die Forschung in diesem Bereich ist intensiv, und erste Ergebnisse sind bereits in einigen Spielen sichtbar.

85%
der Spieleentwickler experimentieren
40%
erwarten
KI-gestützte
Tools
zukünftig
wesentliche
Effizienzsteigerung
zu
ermöglichen.
und

Abonnementmodelle: Spielen auf Abruf

Der Übergang von Besitz zu Zugang ist in vielen Bereichen der Unterhaltungsindustrie bereits vollzogen, und die Spielewelt bildet da keine Ausnahme. Abonnementdienste wie Xbox Game Pass, PlayStation Plus und Apple Arcade bieten Spielern gegen eine monatliche Gebühr Zugang zu einer riesigen Bibliothek von Spielen.

Diese Modelle reduzieren die Einstiegskosten erheblich und ermöglichen es Spielern, eine Vielzahl von Titeln auszuprobieren, die sie sonst vielleicht nie gekauft hätten. Für Publisher bieten sie eine stabile und wiederkehrende Einnahmequelle sowie die Möglichkeit, ihre Spiele einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Die Attraktivität, für einen Festpreis unbegrenzt spielen zu können, ist für viele Konsumenten immens.

Der Game Pass und seine Nachahmer

Der Xbox Game Pass gilt als Pionier und hat die Messlatte für Abonnementdienste im Gaming-Bereich hoch gelegt. Mit Hunderten von Spielen, darunter oft auch Day-One-Releases von Microsoft-eigenen Studios, und der Integration von Cloud-Gaming, bietet er ein beispielloses Preis-Leistungs-Verhältnis. PlayStation hat mit PlayStation Plus Premium und Extra reagiert und versucht, mit einer wachsenden Spielebibliothek und der Möglichkeit, ältere Titel zu streamen, zu konkurrieren.

Apple Arcade konzentriert sich auf ein kuratiertes Angebot an exklusiven Spielen, die werbefrei und ohne In-App-Käufe sind, und richtet sich an ein breiteres, familienorientiertes Publikum. Diese Dienste verändern die Art und Weise, wie Spiele monetarisiert werden. Anstatt sich auf einzelne Verkäufe zu verlassen, setzen Unternehmen auf langfristige Kundenbindung.

Auswirkungen auf die Spieleentwicklung und den Markt

Abonnementdienste können die Spieleentwicklung beeinflussen. Entwickler könnten ermutigt werden, Spiele zu schaffen, die für längere Spielzeiten konzipiert sind oder ein breiteres Publikum ansprechen, da sie von einer größeren Anzahl von Abonnenten profitieren können. Dies könnte zu mehr Vielfalt und Experimentierfreudigkeit führen, aber auch zu einer stärkeren Fokussierung auf Inhalte, die die Abonnenten binden. Die Abhängigkeit von einem großen Katalog kann auch dazu führen, dass kleinere, Nischen-Titel schwerer zu entdecken sind.

Für die traditionellen Konsolenhersteller bedeuten Abonnementdienste eine Verschiebung ihres Geschäftsmodells. Der Verkauf von Hardware wird zwar weiterhin wichtig sein, aber die Einnahmen aus Abonnements und digitalen Diensten gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dies könnte dazu führen, dass zukünftige Konsolen weniger als eigenständige Produkte und mehr als Zugangspunkte zu einem breiteren Dienstleistungsangebot betrachtet werden.

Dienst Monatliche Kosten (ungefähr) Wichtige Merkmale
Xbox Game Pass Ultimate 14,99 € Große Spielebibliothek, Cloud-Gaming, EA Play, Xbox Live Gold
PlayStation Plus Premium 17,99 € Große Spielebibliothek, Cloud-Streaming für PS3-Spiele, Klassiker-Katalog
Apple Arcade 6,99 € Exklusive, werbefreie Spiele, keine In-App-Käufe
NVIDIA GeForce Now (Premium) 19,99 € Zugriff auf Ihre gekauften Spiele, längere Sitzungen, Prioritätszugang

Die Hardware-Debatte: Physisch vs. Virtuell

Die zentrale Frage, die sich viele stellen, ist, ob physische Spielekonsolen in ihrer jetzigen Form überflüssig werden. Die Argumente für die Beibehaltung von Konsolen sind stark: Sie bieten eine konsistente Leistung, sind für Gamer optimiert und ermöglichen ein Offline-Spielerlebnis. Die Technologie ist ausgereift und die Benutzerfreundlichkeit wird von Millionen geschätzt.

Auf der anderen Seite argumentieren Befürworter der Cloud-Ära, dass die Notwendigkeit, jedes Mal Hunderte von Euro für eine neue Konsole auszugeben, die alle paar Jahre veraltet, nicht mehr zeitgemäß ist. Warum teure Hardware kaufen, wenn man für einen Bruchteil der Kosten auf die gleiche oder sogar bessere Leistung über das Internet zugreifen kann? Dies ist besonders attraktiv für Gelegenheitsspieler oder Haushalte, die sich nicht die Anschaffung mehrerer teurer Geräte leisten wollen.

Die Nachteile der Cloud-Dominanz

Es ist jedoch wichtig, die Nachteile der reinen Cloud-Dominanz zu betrachten. Die Abhängigkeit von einer stabilen Internetverbindung schließt viele Regionen aus und macht das Spielen in Gebieten mit schlechter Infrastruktur unmöglich. Auch die Latenzprobleme, die sich auf das Spielerlebnis auswirken können, sind nicht zu unterschätzen, insbesondere bei schnellen Actionspielen. Darüber hinaus bleibt die Frage des Besitzes: Was passiert, wenn ein Dienst eingestellt wird, wie es bei Google Stadia der Fall war? Verlieren die Nutzer dann den Zugang zu ihren Spielen?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Datensicherheit und der Datenschutz. Wenn alle Daten und Spiele auf externen Servern gespeichert sind, sind die Nutzer potenziell anfälliger für Cyberangriffe oder Änderungen der Nutzungsbedingungen. Die Möglichkeit, ein Spiel offline zu spielen, ohne auf eine Internetverbindung angewiesen zu sein, ist für viele Spieler immer noch ein entscheidender Faktor.

Ein hybrider Ansatz als wahrscheinlichste Zukunft

Die wahrscheinlichste Zukunft ist jedoch ein hybrider Ansatz. Es ist unwahrscheinlich, dass Spielekonsolen vollständig verschwinden werden. Vielmehr könnten sie sich weiterentwickeln und stärker in das Cloud-Ökosystem integriert werden. Stellen Sie sich eine Konsole vor, die in erster Linie als leistungsfähiges Streaming-Gerät dient, aber auch die Möglichkeit bietet, einige Spiele lokal zu installieren und offline zu spielen.

Dies würde die Vorteile beider Welten vereinen: die Leistung und Zuverlässigkeit dedizierter Hardware mit der Flexibilität und dem breiten Angebot von Cloud-Diensten. Zukünftige Konsolen könnten modular aufgebaut sein, sodass Spieler ihre Hardware nach Bedarf upgraden oder nur für die Cloud-Funktionen bezahlen können. Die Grenzen zwischen Konsole, PC und mobilem Gerät könnten weiter verschwimmen.

"Die Konsolen der nächsten Generation werden wahrscheinlich mehr als nur reine Spielemaschinen sein. Sie werden zu Hubs für ein umfassendes Unterhaltungserlebnis, das Spiele, Streaming und interaktive Dienste nahtlos integriert. Die physische Hardware wird nicht verschwinden, aber ihre Rolle wird sich verändern."
— Dr. Lena Schmidt, Spieleanalystin

Die Auswirkungen auf die Spielebranche

Diese technologischen Verschiebungen haben tiefgreifende Auswirkungen auf die gesamte Spielebranche. Große Publisher investieren massiv in ihre eigenen Cloud-Gaming- und Abo-Angebote. Kleinere Entwicklerstudios könnten durch niedrigere Eintrittsbarrieren im Cloud-Bereich und durch neue Vertriebswege neue Möglichkeiten finden, ihre Spiele einem Publikum zugänglich zu machen.

Die Art und Weise, wie Spiele entwickelt werden, verändert sich ebenfalls. Der Fokus verschiebt sich möglicherweise von der Optimierung für spezifische Konsolen-Hardware hin zu flexibleren, skalierbaren Architekturen, die auf einer Vielzahl von Geräten laufen können. Dies könnte zu einer größeren Vielfalt an Spieleerlebnissen und innovativeren Designs führen.

Neue Geschäftsmodelle und Monetarisierung

Die traditionelle Monetarisierung durch den einmaligen Verkauf von Spielen wird durch abonnementbasierte Modelle und In-Game-Käufe ergänzt oder teilweise ersetzt. Dies erfordert von Publishern eine andere strategische Planung und Kundenbindung. Die Analyse von Spielerdaten wird entscheidend, um Angebote zu optimieren und die Abonnentenbindung zu maximieren.

Die Einführung von Microtransactions und "Games as a Service"-Modellen, die kontinuierlich mit neuen Inhalten versorgt werden, ist ein Trend, der durch Abonnementdienste noch verstärkt wird. Dies kann zu einer längeren Lebensdauer von Spielen führen, birgt aber auch die Gefahr der Ausbeutung und der Überfrachtung mit kostenpflichtigen Inhalten.

Der Wettbewerb wird intensiver

Der Wettbewerb auf dem Markt wird sich verschärfen. Nicht nur zwischen den etablierten Konsolenherstellern, sondern auch zwischen Tech-Giganten wie Google, Amazon und Apple, die alle ihre eigenen Gaming-Strategien verfolgen. Dies könnte zu einer stärkeren Konsolidierung der Branche führen, aber auch zu einer größeren Innovationskraft, da die Unternehmen um die Gunst der Spieler buhlen.

Die Fähigkeit, qualitativ hochwertige Spiele anzubieten und ein überzeugendes Nutzererlebnis zu schaffen, wird entscheidend sein. Die Abhängigkeit von Partnern für die Verteilung und Infrastruktur wird zunehmen. Die Spielebranche wird sich von einer hardwarezentrierten zu einer dienstleistungszentrierten Industrie wandeln.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Trotz des immensen Potenzials gibt es noch erhebliche Herausforderungen zu überwinden. Die digitale Kluft, die ungleiche Verfügbarkeit von Hochgeschwindigkeits-Internet und die Kosten für diese Dienste könnten zu einer neuen Form der Ungleichheit im Zugang zu Spielen führen.

Die Frage des "Besitzes" von digitalen Gütern bleibt umstritten. Was bedeutet es, ein Spiel zu "besitzen", wenn es nur über ein Abonnement zugänglich ist und jederzeit aus dem Katalog entfernt werden kann? Diese ethischen und rechtlichen Fragen müssen geklärt werden, um das Vertrauen der Spieler langfristig zu sichern.

Nachhaltigkeit und Umweltauswirkungen

Ein oft übersehener Aspekt sind die Umweltauswirkungen des Cloud-Gamings. Die riesigen Rechenzentren, die für das Streaming von Spielen benötigt werden, verbrauchen enorme Mengen an Energie. Die Entwicklung energieeffizienter Technologien und die Nutzung erneuerbarer Energien sind daher entscheidend für die langfristige Nachhaltigkeit dieses Modells.

Die Herstellung von Spielekonsolen und anderen Hardwarekomponenten hat ebenfalls einen erheblichen ökologischen Fußabdruck. Eine Verlagerung hin zu weniger physischer Hardware könnte potenziell positive Umweltauswirkungen haben, vorausgesetzt, die Energieeffizienz der Rechenzentren wird kontinuierlich verbessert. Wikipedia bietet detaillierte Informationen zu den Umweltauswirkungen von Rechenzentren: Wikipedia - Rechenzentrum.

Die Zukunft der Interaktion

Die Zukunft des interaktiven Entertainments ist dynamisch und aufregend. Cloud-Gaming, KI und Abonnementmodelle sind nicht nur Trends, sondern treibende Kräfte, die die Spielebranche neu gestalten. Konsolen werden wahrscheinlich nicht über Nacht verschwinden, aber ihre Rolle und ihr Design werden sich grundlegend ändern. Die Spieler werden mehr Wahlmöglichkeiten haben als je zuvor, und die Grenzen zwischen verschiedenen Geräten und Plattformen werden weiter verschwimmen.

Es ist wahrscheinlich, dass wir eine Ära erleben werden, in der das Spielen nahtloser, zugänglicher und stärker personalisiert ist als je zuvor. Die Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass diese Fortschritte inklusiv sind und allen Spielern zugutekommen, unabhängig von ihrem Standort oder ihren technischen Möglichkeiten. Die Spielebranche steht an der Schwelle zu einer neuen Ära, und die Konsolen, wie wir sie kennen, sind nur ein Teil dieses spannenden Wandels.

Wird Cloud-Gaming meine alten Spiele ersetzen?
Cloud-Gaming ergänzt bestehende Spielformate. Viele Spiele, die Sie bereits gekauft haben, können über Dienste wie NVIDIA GeForce Now gestreamt werden. Es ersetzt nicht das physische Besitzen von Spielen, sondern bietet eine alternative Zugangsweise.
Benötige ich eine teure Hardware für Cloud-Gaming?
Nein, das ist einer der Hauptvorteile von Cloud-Gaming. Sie benötigen lediglich ein kompatibles Gerät (Smartphone, Tablet, PC, Smart-TV) und eine stabile Internetverbindung. Die eigentliche Rechenleistung wird auf externen Servern erbracht.
Sind Abonnementdienste wie der Xbox Game Pass nachhaltig für die Spielebranche?
Abonnementdienste bieten Publishern eine stabile und wiederkehrende Einnahmequelle, was für die Finanzierung von Spielen von Vorteil sein kann. Sie können auch zu einer größeren Vielfalt und Experimentierfreudigkeit bei der Spieleentwicklung führen, indem sie Entwicklern ermöglichen, Spiele für ein breiteres Publikum zu schaffen.
Wie beeinflusst KI die Art und Weise, wie Spiele entwickelt werden?
KI kann die Spielentwicklung beschleunigen, indem sie bei der Erstellung von Assets, Level-Designs oder sogar beim Testen von Spielen hilft. Sie ermöglicht auch die Schaffung realistischerer NPCs und adaptiver Spielerlebnisse, die sich an den Spieler anpassen.
Was sind die Hauptnachteile von Cloud-Gaming?
Die Hauptnachteile sind die Abhängigkeit von einer stabilen und schnellen Internetverbindung, potenzielle Latenzprobleme (besonders bei schnellen Spielen) und die Frage des digitalen Besitzes, da die Spiele auf den Servern des Anbieters liegen.