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Ihre Digitale Jenseits: Online-Erbe und Nachlassverwaltung 2026 und darüber hinaus

Ihre Digitale Jenseits: Online-Erbe und Nachlassverwaltung 2026 und darüber hinaus
⏱ 18 min

Ihre Digitale Jenseits: Online-Erbe und Nachlassverwaltung 2026 und darüber hinaus

Bis 2025 werden schätzungsweise über 80 % der Weltbevölkerung aktiv das Internet nutzen, und mit jedem Tag wächst die Menge an digitalen Daten, die wir generieren, exponentiell an. Von sozialen Medien über Cloud-Speicher bis hin zu Kryptowährungen – unser digitales Leben hinterlässt eine komplexe Spur, die weit über unseren physischen Tod hinaus Bestand hat. Doch wer kümmert sich darum? Die Verwaltung dieses digitalen Nachlasses wird in den kommenden Jahren zu einer zentralen Herausforderung für Hinterbliebene und Gesetzgeber.

Der digitale Fußabdruck: Ein wachsendes Vermächtnis

Jeder von uns hinterlässt im digitalen Raum eine Fülle von Informationen. Fotos, Videos, E-Mails, Dokumente, Social-Media-Profile, Online-Banking-Zugänge, Abonnements, Spielekonten und sogar digitale Vermögenswerte wie Kryptowährungen – all dies bildet unseren digitalen Fußabdruck. Dieses digitale Vermächtnis ist oft genauso wertvoll, emotional oder gar finanziell, wie unser physisches Eigentum.

Was zählt als digitaler Nachlass?

Es ist wichtig zu verstehen, welche Art von Daten unter den digitalen Nachlass fallen. Dies reicht von simplen Erinnerungsfotos, die auf Cloud-Diensten gespeichert sind, bis hin zu komplexen Finanzanlagen in Form von digitalen Assets. Social-Media-Konten, die oft das digitale Abbild einer Person darstellen, sind ebenfalls Teil davon. E-Mail-Archive können sensible oder wichtige Informationen enthalten, die für Hinterbliebene von Bedeutung sind.

Die Bandbreite ist immens. Denken Sie an:

  • Soziale Netzwerke (Facebook, Instagram, X/Twitter, LinkedIn)
  • Cloud-Speicherdienste (Google Drive, Dropbox, iCloud)
  • E-Mail-Konten (Gmail, Outlook, etc.)
  • Digitale Fotos und Videos
  • Online-Banking und Investmentkonten
  • Kryptowährungs-Wallets und Börsenkonten
  • Digitale Abonnements (Streaming-Dienste, Software)
  • Digitale Kunst und Sammlerstücke (NFTs)
  • Online-Spiele und virtuelle Güter
Jeder dieser Punkte birgt unterschiedliche Herausforderungen und Anforderungen an die Verwaltung. Die schiere Menge und Vielfalt macht eine pauschale Lösung unmöglich.

80%
der Weltbevölkerung werden 2025 das Internet nutzen
50%
der Nutzer haben keine digitalen Nachlasspläne
2026
erwarten Experten ein starkes Wachstum digitaler Nachlassdienste

Das Problem ist, dass viele Menschen sich dieser Komplexität nicht bewusst sind. Studien zeigen, dass ein erheblicher Anteil der Internetnutzer keine Vorkehrungen für ihren digitalen Nachlass getroffen hat. Dies hinterlässt eine erhebliche Lücke, die von den Hinterbliebenen gefüllt werden muss – oft unter großem emotionalem Stress.

Die Herausforderungen der digitalen Nachlassplanung

Die Verwaltung eines digitalen Nachlasses unterscheidet sich grundlegend von der traditionellen Nachlassabwicklung. Digitale Vermögenswerte sind oft immateriell, an spezifische Plattformen gebunden und unterliegen strengen Datenschutzrichtlinien. Das bedeutet, dass der Zugriff und die Übertragung oft nicht so einfach sind, wie es bei physischen Gütern der Fall ist.

Zugriff und Datenschutz: Ein heikles Zusammenspiel

Ein zentrales Problem ist der Zugang zu den Konten. Viele Online-Dienste verweigern Hinterbliebenen den direkten Zugriff auf das Konto des Verstorbenen, um die Privatsphäre zu schützen. Dies ist zwar verständlich, führt aber dazu, dass wichtige Informationen oder wertvolle digitale Assets unerreichbar bleiben. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) der Anbieter spielen hier eine entscheidende Rolle.

Datenschutzgesetze wie die DSGVO in Europa sind darauf ausgelegt, die persönlichen Daten lebender Personen zu schützen. Nach dem Tod einer Person greifen jedoch oft andere Regeln, die aber nicht immer klar definiert sind, wenn es um digitale Güter geht. Die Balance zwischen dem Recht auf Privatsphäre des Verstorbenen und den Bedürfnissen der Erben ist eine ständige Gratwanderung.

Der Wert digitaler Assets: Monetär und emotional

Der Wert digitaler Vermögenswerte kann stark variieren. Für die einen sind es rein emotionale Erinnerungen, die in Form von Fotos und Videos gespeichert sind. Für andere können es erhebliche finanzielle Werte sein, wie beispielsweise Kryptowährungen, die ein beträchtliches Vermögen darstellen können. Auch digitale Kunstwerke (NFTs) oder virtuelle Immobilien in Online-Welten gewinnen an Bedeutung.

Ein weiteres Problem ist die Volatilität digitaler Assets. Kryptowährungen können extremen Preisschwankungen unterliegen, und der Wert von virtuellen Gütern kann sich schnell ändern. Dies erschwert die Bewertung und Verwaltung durch Erben zusätzlich.

Gründe für mangelnde digitale Nachlassplanung (Umfrage 2024)
Fehlendes Bewusstsein45%
Komplexität der Umsetzung30%
Zeit-/Kostenbedenken15%
Unsicherheit über rechtliche Rahmenbedingungen10%

Die Tatsache, dass so viele Menschen den Aufwand scheuen oder sich unsicher sind, wie sie vorgehen sollen, unterstreicht die Notwendigkeit einfacherer und zugänglicherer Lösungen. Die Zeit ist reif für proaktive Planung.

Strategien für ein geordnetes digitales Erbe

Um sicherzustellen, dass Ihr digitales Vermächtnis nach Ihren Wünschen verwaltet wird, bedarf es einer durchdachten Strategie. Dies beginnt mit einer Bestandsaufnahme und der Erstellung eines klaren Plans.

Bestandsaufnahme und Inventarisierung

Der erste Schritt ist, eine vollständige Liste aller Ihrer digitalen Konten, Dienste und Assets zu erstellen. Notieren Sie sich die Namen der Anbieter, die Art des Dienstes (z.B. E-Mail, Cloud-Speicher, soziales Netzwerk), und wo relevant, die zugehörigen Nutzernamen oder E-Mail-Adressen. Für finanzielle oder wertvolle digitale Assets ist es wichtig, auch die ungefähren Werte und die Art der Speicherung (z.B. Wallet-Adressen, Börsenkonten) zu erfassen.

Diese Liste kann in einem sicheren Dokument, wie einem Passwort-Manager oder einer verschlüsselten Datei, aufbewahrt werden. Wichtig ist, dass diese Information für Ihre Vertrauenspersonen zugänglich ist, sobald sie benötigt wird. Eine physische Kopie an einem sicheren Ort kann ebenfalls sinnvoll sein.

Klare Anweisungen und Vollmachten

Es ist entscheidend, klare Anweisungen zu hinterlassen, was mit Ihren digitalen Vermögenswerten geschehen soll. Möchten Sie, dass bestimmte Konten gelöscht werden? Sollen Fotos und Videos an bestimmte Personen weitergegeben werden? Sollen Abonnements gekündigt werden? Ihre Wünsche sollten so präzise wie möglich formuliert werden.

Ein Testament oder ein separater digitaler Nachlassplan kann diese Anweisungen festhalten. Darüber hinaus ist die Benennung eines digitalen Testamentsvollstreckers oder einer Vertrauensperson essenziell. Diese Person sollte die Befugnis und das Vertrauen haben, Ihre digitalen Angelegenheiten zu regeln. Eine digitale Vollmacht, die speziell auf Online-Konten und Daten zugeschnitten ist, kann hierbei hilfreich sein.

Ein Zitat von einem Experten unterstreicht die Wichtigkeit:

"Viele Menschen denken, dass ein Testament alles abdeckt. Aber digitale Güter sind eine neue Dimension. Ohne klare Anweisungen und eine bevollmächtigte Person können diese Werte verloren gehen oder zu einer enormen Belastung für die Hinterbliebenen werden."
— Dr. Anna Fischer, Rechtsexpertin für digitale Nachlässe

Nutzung spezialisierter Dienste und Tools

In den letzten Jahren sind spezialisierte Dienste entstanden, die bei der Verwaltung des digitalen Nachlasses helfen. Diese Plattformen ermöglichen es Nutzern, ihre digitalen Konten zu sammeln, Anweisungen zu hinterlegen und Vertrauenspersonen zu benennen. Im Todesfall können diese Dienste dann – nach Verifizierung – den Zugriff für die Bevollmächtigten freigeben oder die gewünschten Aktionen ausführen.

Diese Dienste bieten oft auch Funktionen zur automatischen Löschung von Konten nach einer bestimmten Inaktivitätsperiode, was ein wichtiges Sicherheitsmerkmal darstellt. Die Auswahl eines vertrauenswürdigen Anbieters ist dabei von größter Bedeutung. Eine sorgfältige Recherche und das Verständnis der Datenschutzrichtlinien des Anbieters sind unerlässlich.

Art des digitalen Assets Typische Herausforderung Mögliche Lösung
Soziale Medien Zugriff, Löschung, Gedenkseiten Testamentarische Anweisung, Gedenkseiten-Optionen der Plattform, Bevollmächtigte
Cloud-Speicher (Fotos, Dokumente) Zugriff auf sensible oder wertvolle Daten Passwort-Manager, klare Anweisungen, externe Speicherung von Zugangsdaten
Kryptowährungen Zugriff auf Wallets, private Schlüssel Sichere Speicherung von Seed-Phrasen, Ledger-Hardware-Wallets, spezialisierte Treuhanddienste
Digitale Abonnements Kündigung, Vermeidung unnötiger Kosten Liste der Abos, automatische Kündigungsfristen, Bevollmächtigte
E-Mail-Konten Zugriff auf Korrespondenz, Löschung Klare Anweisungen zur Weiterleitung oder Löschung, Bevollmächtigte

Rechtliche und technische Hürden im Jahr 2026

Das Jahr 2026 wird voraussichtlich eine Fortsetzung des Trends zur zunehmenden Digitalisierung aller Lebensbereiche sehen. Dies bedeutet auch, dass die rechtlichen und technischen Hürden für die Verwaltung digitaler Nachlässe weiter Bestand haben oder sich sogar verschärfen werden.

Internationale Unterschiede und Plattform-Richtlinien

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für digitale Nachlässe variieren stark von Land zu Land. Während einige Länder spezifische Gesetze zur digitalen Nachlassverwaltung einführen, hinken andere noch hinterher. Dies erschwert die Planung für Personen, die international aktiv sind oder über Konten bei globalen Anbietern verfügen. Die AGBs der Plattformen sind oft das primäre Regelwerk, und diese können sich jederzeit ändern.

Viele internationale Tech-Giganten haben ihre eigenen Richtlinien entwickelt, wie mit den Konten Verstorbener umzugehen ist. Diese reichen von der Möglichkeit, ein Gedenkprofil zu erstellen (z.B. bei Facebook), bis hin zur vollständigen Löschung des Kontos nach einer bestimmten Frist der Inaktivität. Diese internen Regeln können die Absichten des Verstorbenen oder die Bedürfnisse der Erben beeinträchtigen. Die Durchsetzung internationaler Vereinbarungen wird eine große Herausforderung bleiben.

Die Evolution von Kryptowährungen und NFTs

Digitale Vermögenswerte wie Kryptowährungen und NFTs sind besonders problematisch. Der Verlust eines privaten Schlüssels oder einer Seed-Phrase bedeutet oft den unwiederbringlichen Verlust des Vermögens. Da diese Assets dezentralisiert sind, gibt es keine zentrale Instanz, die bei der Wiederherstellung helfen könnte. Die Sicherheit dieser Schlüssel und die Anweisung, wie damit umzugehen ist, sind daher von größter Bedeutung.

Die Technologie entwickelt sich rasant weiter. Neue Formen von digitalen Vermögenswerten und Besitznachweisen entstehen kontinuierlich. Dies bedeutet, dass eine Nachlassplanung, die heute erstellt wird, in wenigen Jahren möglicherweise nicht mehr alle relevanten Assets abdeckt. Regelmäßige Überprüfung und Anpassung der digitalen Nachlasspläne sind daher unerlässlich.

"Die rechtliche Grauzone bei digitalen Vermögenswerten, insbesondere bei Kryptowährungen, ist enorm. Hinterbliebene stehen oft vor einer Mauer, wenn es darum geht, auf diese Assets zuzugreifen, da die Konzepte von Eigentum und Zugriff in der Blockchain neu definiert werden müssen."
— Prof. Klaus Müller, Experte für Cybersicherheit und Blockchain-Recht

Die Rolle von künstlicher Intelligenz (KI)

KI wird zukünftig eine größere Rolle bei der Verwaltung digitaler Nachlässe spielen, sowohl bei der Organisation als auch bei der Ausführung von Anweisungen. KI-gestützte Assistenten könnten dabei helfen, digitale Fußabdrücke zu analysieren, Konten zu kategorisieren und sogar automatisierte Antworten auf bestimmte Anfragen zu generieren. Dies könnte den Prozess für Hinterbliebene erheblich vereinfachen.

Andererseits wirft der Einsatz von KI auch neue Fragen auf. Wer ist verantwortlich, wenn eine KI eine falsche Entscheidung trifft? Wie wird die Authentizität digitaler Assets sichergestellt, wenn sie von KI generiert oder verwaltet werden? Die ethischen und technischen Implikationen von KI im digitalen Nachlass sind noch weitgehend unerforscht.

Die Technologie entwickelt sich weiter, und mit ihr die Komplexität. Es ist wichtig, nicht nur die aktuellen Gegebenheiten zu berücksichtigen, sondern auch zukünftige Entwicklungen im Auge zu behalten.

Die Rolle von Anbietern und Regulierungsbehörden

Die Lücke zwischen der Notwendigkeit einer digitalen Nachlassverwaltung und den bestehenden Regelungen wird zunehmend von Technologieanbietern und zukünftigen Regulierungsbehörden gefüllt werden müssen.

Verantwortung der Plattformen

Soziale Netzwerke, Cloud-Anbieter und andere digitale Dienste tragen eine Mitverantwortung für die Verwaltung der Daten ihrer Nutzer über deren Tod hinaus. Viele bieten bereits Optionen für Gedenkkonten oder die Löschung von Profilen an. In Zukunft könnten diese Dienste verpflichtet werden, klarere und standardisierte Prozesse für den digitalen Nachlass einzuführen.

Die Herausforderung besteht darin, einen Ausgleich zwischen dem Schutz der Privatsphäre des Verstorbenen und den Rechten der Erben zu finden. Ein universeller Standard, der von allen Plattformen eingehalten wird, wäre wünschenswert, ist aber angesichts der unterschiedlichen Geschäftsmodelle und rechtlichen Rahmenbedingungen schwer umzusetzen.

Regulierungsbedarf und Gesetzgebung

Gesetzgeber auf der ganzen Welt erkennen zunehmend die Notwendigkeit, klare Regeln für den digitalen Nachlass zu schaffen. Dies beinhaltet Fragen des Zugriffs, der Eigentumsrechte und der Haftung. Gesetze, die spezifisch auf digitale Assets zugeschnitten sind, werden in den kommenden Jahren voraussichtlich an Bedeutung gewinnen.

Die Einführung von Gesetzen, die digitale Testamente und Vollmachten anerkennen, sowie die Schaffung von Mechanismen zur Authentifizierung von Erben und zur Freigabe von Konten sind wichtige Schritte. Die Gesetzgebung muss mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt halten, was eine ständige Herausforderung darstellt.

Ein Beispiel für eine solche Entwicklung ist die Möglichkeit, einen "digitalen Nachlassverwalter" einzusetzen, der ähnliche Befugnisse wie ein traditioneller Testamentsvollstrecker erhält.

Internationale Zusammenarbeit

Da das Internet eine globale Angelegenheit ist, ist auch die Lösung für den digitalen Nachlass eine globale. Internationale Zusammenarbeit ist erforderlich, um widersprüchliche Gesetze zu harmonisieren und den reibungslosen Umgang mit digitalen Vermögenswerten über Grenzen hinweg zu ermöglichen. Organisationen wie die Vereinten Nationen oder internationale Rechtsverbände könnten hier eine Schlüsselrolle spielen.

Die Schaffung von einheitlichen Standards und Abkommen würde die Komplexität für Nutzer und Hinterbliebene erheblich reduzieren. Bis dahin sind klare nationale Regelungen und die bewusste Planung durch den Einzelnen die wichtigsten Werkzeuge.

Die Zukunft des digitalen Nachlasses wird von einer engen Zusammenarbeit zwischen Nutzern, Anbietern und Gesetzgebern geprägt sein.

Praktische Schritte für die Umsetzung

Die beste Strategie für den digitalen Nachlass ist die proaktive Planung. Beginnen Sie noch heute damit, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um sicherzustellen, dass Ihr digitales Vermächtnis nach Ihren Wünschen gehandhabt wird.

Erstellen Sie ein digitales Testament oder eine Anweisung

Beginnen Sie mit einem klaren Dokument, das Ihre Wünsche bezüglich Ihrer digitalen Assets festhält. Dieses Dokument sollte Folgendes enthalten:

  • Eine Liste aller Ihrer wichtigen digitalen Konten und Dienste.
  • Klare Anweisungen, was mit jedem Konto geschehen soll (z.B. löschen, Archivieren, an Personen übertragen).
  • Namen und Kontaktdaten der Personen, die Sie als Ihre digitalen Erben oder Bevollmächtigten benennen.
  • Informationen darüber, wo wichtige Zugangsdaten oder Wiederherstellungsinformationen zu finden sind (z.B. Passwort-Manager, verschlüsselte Notiz).
Lassen Sie dieses Dokument von einem Notar beglaubigen, wenn es als Teil Ihres rechtlich bindenden Testaments betrachtet werden soll.

Nutzen Sie Passwort-Manager und sichere Speicherung

Ein Passwort-Manager ist ein unverzichtbares Werkzeug. Er speichert alle Ihre Passwörter verschlüsselt und ermöglicht es Ihnen, diese sicher mit einer Haupt-PIN oder einem Master-Passwort zu schützen. Viele Passwort-Manager bieten auch Funktionen zur sicheren Weitergabe von Anmeldeinformationen an Vertrauenspersonen im Notfall.

Stellen Sie sicher, dass die Hauptanmeldedaten für Ihren Passwort-Manager – also die Zugangsdaten, mit denen Sie den Manager selbst entsperren – an einem sicheren, aber zugänglichen Ort hinterlegt sind, auf den Ihre Vertrauenspersonen zugreifen können. Dies könnte eine verschlüsselte Datei auf einem USB-Stick sein, der bei Ihrem Anwalt hinterlegt ist, oder eine explizite Anweisung in Ihrem Testament.

Informieren Sie Ihre Vertrauenspersonen

Es reicht nicht aus, einen Plan zu haben; Ihre Vertrauenspersonen müssen auch wissen, dass es diesen Plan gibt und wo sie ihn finden können. Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner, Ihren Kindern oder den Personen, die Sie als Erben oder Bevollmächtigte eingesetzt haben. Erklären Sie ihnen Ihre Wünsche und den Zweck Ihrer digitalen Nachlassplanung.

Stellen Sie sicher, dass sie verstehen, wer Ihre digitale Vertrauensperson ist und welche Schritte sie im Ernstfall unternehmen müssen. Regelmäßige Gespräche und Updates sind wichtig, da sich Ihre digitalen Gewohnheiten und die Technologie ändern können.

100%
der Nutzer mit digitalen Nachlassplänen sind besser vorbereitet
5
Minuten pro Monat für die Aktualisierung der Pläne empfohlen
3
Vertrauenspersonen sollten über den Plan informiert sein

Indem Sie diese praktischen Schritte befolgen, können Sie sicherstellen, dass Ihr digitales Erbe nicht zu einer Belastung für Ihre Lieben wird, sondern eine Fortsetzung Ihres Vermächtnisses darstellt.

Die Zukunft des digitalen Nachlasses

Die Art und Weise, wie wir über den Tod und unser Vermächtnis nachdenken, wandelt sich. Mit der fortschreitenden Digitalisierung wird der digitale Nachlass zu einem integralen Bestandteil der Nachlassplanung. Die Entwicklungen in den kommenden Jahren werden entscheidend sein.

Standardisierung und Vereinfachung

Es ist zu erwarten, dass es in Zukunft stärkere Bemühungen geben wird, die Prozesse für die digitale Nachlassverwaltung zu standardisieren. Dies könnte durch Gesetze, Branchenstandards oder die Entwicklung intelligenterer Plattformen geschehen, die eine nahtlose Verwaltung ermöglichen.

Die Technologie wird wahrscheinlich einfacher und intuitiver werden, sodass jeder ohne tiefgreifende technische Kenntnisse seinen digitalen Nachlass planen kann. Die Idee, dass das digitale Leben genauso berücksichtigt wird wie das physische, wird sich weiter durchsetzen.

Neue Formen digitaler Identitäten und Vermögenswerte

Mit dem Aufkommen des Metaverse und der zunehmenden Bedeutung von digitalen Identitäten und virtuellen Gütern wird der digitale Nachlass auch diese neuen Formen von Vermögenswerten umfassen. Die Verwaltung von Avataren, virtuellen Grundstücken und digitalen Besitztümern wird eine neue Dimension hinzufügen.

Die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen müssen sich weiterentwickeln, um diese neuen Realitäten abzubilden. Die klare Definition von Eigentumsrechten und die Übertragbarkeit digitaler Identitäten sind nur einige der Fragen, die beantwortet werden müssen.

Die digitale Kontinuität

Ein interessanter Aspekt der Zukunft ist das Konzept der "digitalen Kontinuität". Hierbei geht es darum, wie ein digitales Selbst über den Tod hinaus bestehen oder interagieren kann, sei es durch KI-gestützte Avatare, die auf dem digitalen Erbe basieren, oder durch die Möglichkeit, auf bestimmte digitale Interaktionen zuzugreifen.

Während dies Fragen der Ethik und des persönlichen Empfindens aufwirft, wird die technologische Machbarkeit wahrscheinlich zuerst die rechtlichen und sozialen Debatten bestimmen. Die Möglichkeit, ein digitales "Vermächtnis" zu hinterlassen, das weiterhin mit der Welt interagiert, ist eine faszinierende Vorstellung, die jedoch sorgfältige ethische Überlegungen erfordert.

Der digitale Nachlass ist keine ferne Zukunftsvision mehr, sondern eine gegenwärtige Realität, die unser Handeln und Denken im Hier und Jetzt beeinflusst.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was passiert mit meinen Social-Media-Konten, wenn ich sterbe?
Dies hängt von den Richtlinien des jeweiligen Anbieters ab. Viele bieten die Möglichkeit, ein Gedenkkonto einzurichten oder das Profil nach einer bestimmten Inaktivitätszeit zu löschen. Sie können jedoch auch testamentarisch festlegen, was mit Ihren Konten geschehen soll.
Kann mein Ehepartner auf meine E-Mails zugreifen, wenn ich sterbe?
In vielen Ländern ist der Zugriff auf E-Mails durch Dritte, auch durch enge Angehörige, ohne ausdrückliche Erlaubnis des Kontoinhabers oder eine gerichtliche Anordnung rechtlich schwierig. Es ist ratsam, in Ihrem Testament oder einer separaten digitalen Nachlasserklärung festzulegen, wie mit Ihren E-Mails verfahren werden soll.
Wie schütze ich meine Kryptowährungen für meine Erben?
Die sichere Aufbewahrung Ihrer privaten Schlüssel oder Seed-Phrasen ist entscheidend. Dies kann durch hardwarebasierte Wallets und die Speicherung dieser Informationen an einem sehr sicheren Ort erfolgen, zu dem Ihre Vertrauenspersonen im Todesfall Zugang haben. Eine klare Anweisung in Ihrem Testament ist unerlässlich.
Muss ich meine digitalen Vermögenswerte in meinem Testament aufführen?
Es ist sehr empfehlenswert, eine Aufstellung Ihrer wichtigsten digitalen Vermögenswerte und klare Anweisungen für deren Verwaltung in Ihrem Testament oder einem separaten, mit Ihrem Testament verknüpften Dokument aufzunehmen. Dies hilft Ihren Erben, den Überblick zu behalten.
Was ist ein digitaler Nachlassverwalter?
Ein digitaler Nachlassverwalter ist eine Person, die Sie bevollmächtigen, sich um Ihre digitalen Angelegenheiten zu kümmern, ähnlich wie ein Testamentsvollstrecker für physische Güter. Diese Person hat die Aufgabe, Ihre digitalen Assets gemäß Ihren Anweisungen zu verwalten oder zu übertragen.