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Quantencomputer bis 2030: Eine revolutionäre Zukunft im Anmarsch
Die globale Ausgaben für Quantencomputing-Hardware und -Software werden bis 2027 voraussichtlich 2,5 Milliarden US-Dollar erreichen, ein Anstieg von fast 500 % gegenüber 2022, so Marktforscher. Doch was verbirgt sich hinter dieser exponentiellen Entwicklung und warum sprechen alle von einer Revolution, die bis 2030 spürbar werden soll? Die Ära der nutzbaren Quantencomputer rückt näher und verspricht, Branchen umzukrempeln, wissenschaftliche Grenzen zu verschieben und komplexe Probleme zu lösen, die heutige Supercomputer nicht einmal ansatzweise bewältigen können.Der Quantensprung: Vom Binären zum Superpositionsprinzip
Um die Bedeutung des Quantencomputings zu verstehen, muss man sich von der vertrauten Welt der klassischen Computer verabschieden. Klassische Computer arbeiten mit Bits, die entweder den Zustand 0 oder 1 repräsentieren. Diese einfache Dualität ist die Grundlage für alle Berechnungen, die wir heute kennen. Quantencomputer hingegen nutzen Quantenbits, kurz Qubits. Qubits sind in der Lage, sich dank des Phänomens der Superposition gleichzeitig in mehreren Zuständen zu befinden – also 0, 1 oder eine beliebige Kombination daraus. Dies mag abstrakt klingen, ist aber der Schlüssel zur enormen Rechenleistung von Quantencomputern. Ein System mit nur wenigen Qubits kann potenziell mehr Zustände gleichzeitig repräsentieren als alle Atome im bekannten Universum. Diese Fähigkeit zur Superposition ermöglicht es Quantencomputern, bestimmte Arten von Problemen exponentiell schneller zu lösen als ihre klassischen Pendants. Hinzu kommt die Quantenverschränkung, ein weiteres faszinierendes Quantenphänomen, bei dem Qubits miteinander verbunden sind, sodass der Zustand eines Qubits den Zustand eines anderen beeinflusst, unabhängig von der Entfernung. Diese beiden Prinzipien, Superposition und Verschränkung, bilden das Fundament für die revolutionäre Rechenkraft, die Quantencomputer versprechen.Die Funktionsweise von Quantencomputern: Mehr als nur schnelle Bits
Die Funktionsweise von Quantencomputern unterscheidet sich grundlegend von der klassischer Maschinen. Statt auf Transistoren, die elektrische Impulse schalten, basieren Quantencomputer auf Quantenphänomenen, die in der Quantenmechanik beschrieben werden. Die einzelnen Recheneinheiten, die Qubits, können in verschiedenen Zuständen existieren – nicht nur als 0 oder 1, sondern als eine Überlagerung von beiden. Dies wird als Superposition bezeichnet. Ein klassisches Bit kann nur einen Zustand gleichzeitig einnehmen, während ein Qubit dank Superposition eine Vielzahl von Zuständen simultan repräsentieren kann. Ein weiteres entscheidendes Quantenprinzip ist die Verschränkung. Zwei oder mehr Qubits können so miteinander verbunden werden, dass sie einen gemeinsamen Zustand teilen. Ändert sich der Zustand eines Qubits, beeinflusst dies augenblicklich den Zustand des anderen, unabhängig von der räumlichen Distanz. Diese Korrelation ermöglicht komplexe Berechnungen und eine Informationsverarbeitung, die mit klassischen Computern undenkbar ist. Die Berechnungen in einem Quantencomputer werden durch sogenannte Quantengatter durchgeführt, die Analoga zu den logischen Gattern in klassischen Computern sind. Diese Quantengatter manipulieren die Zustände der Qubits durch präzise gesteuerte physikalische Prozesse, wie zum Beispiel Laserpulse oder Mikrowellen. Nach einer Reihe von Operationen werden die Qubits gemessen. Die Messung kollabiert die Superposition zu einem definierten klassischen Zustand (0 oder 1), und das Ergebnis liefert eine Wahrscheinlichkeitsverteilung über mögliche Lösungen. Oft sind mehrere Durchläufe notwendig, um die wahrscheinlichste korrekte Lösung zu ermitteln.Der Wettlauf um die Qubits: Aktuelle Technologien und Herausforderungen
Der Weg zu einem leistungsfähigen und stabilen Quantencomputer ist steinig und erfordert die Überwindung immenser technischer und physikalischer Hürden. Derzeit existieren mehrere vielversprechende Ansätze zur Realisierung von Qubits, von denen jeder seine eigenen Vor- und Nachteile hat. Die Wahl der Technologie beeinflusst maßgeblich die Stabilität, Skalierbarkeit und Fehleranfälligkeit der Quantencomputer.Supraleitende Qubits: Der populäre Wegweiser
Einer der am weitesten fortgeschrittenen Ansätze sind supraleitende Qubits. Hierbei werden winzige Schaltkreise aus supraleitenden Materialien bei extrem tiefen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt (weniger als 10 Millikelvin) betrieben. Durch die Supraleitung fließen elektrische Ströme ohne Widerstand, was präzise Kontrolle über die Qubits ermöglicht. Große Technologieunternehmen wie IBM und Google setzen auf diese Technologie. IBM hat bereits Quantenprozessoren mit über 100 Qubits vorgestellt und plant, die Zahl bis 2030 weiter zu erhöhen. Die Hauptvorteile von supraleitenden Qubits liegen in ihrer relativ guten Skalierbarkeit und der Möglichkeit, sie mit bestehenden Halbleitertechnologien zu integrieren. Allerdings sind sie extrem empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie Temperaturänderungen, elektromagnetischen Störungen und Vibrationen. Dies führt zu einer kurzen Kohärenzzeit, d.h., die Qubits verlieren ihre quantenmechanischen Eigenschaften schnell, was zu Rechenfehlern führt.100+
Qubits (IBM, 2023)
10 mK
Betriebstemperatur
Hohe
Skalierbarkeit
Empfindlich
gegen Störungen
Ionenfallen: Präzision im Vakuum
Ein weiterer vielversprechender Ansatz sind Ionenfallen. Hierbei werden elektrisch geladene Atome (Ionen) mithilfe von elektromagnetischen Feldern in einem Vakuum eingefangen und fixiert. Laserstrahlen werden dann verwendet, um die Qubits zu manipulieren und zu messen. Unternehmen wie IonQ verfolgen diesen Weg. Ionenfallen zeichnen sich durch eine sehr hohe Kohärenzzeit und geringe Fehlerraten aus, was sie für bestimmte Quantenalgorithmen attraktiv macht. Die Herausforderungen bei Ionenfallen liegen in der schwierigeren Skalierbarkeit im Vergleich zu supraleitenden Qubits. Die Anzahl der gleichzeitig kontrollierbaren Ionen ist begrenzt, und die Erzeugung und Manipulation von immer größeren Ionenfallen-Systemen gestaltet sich komplex und kostspielig. Dennoch bieten sie eine beeindruckende Präzision, die für fehlerkorrigierende Quantencomputer von großer Bedeutung sein könnte.Topologische Qubits und Photonische Systeme: Der Blick in die Zukunft
Neben diesen etablierteren Ansätzen gibt es weitere, noch in den Anfängen steckende Technologien. Topologische Qubits, ein Konzept, das von Microsoft vorangetrieben wird, versprechen eine inhärente Fehlertoleranz, indem sie Informationen in topologischen Eigenschaften von Materie kodieren. Dies könnte die Notwendigkeit komplexer Fehlerkorrektursysteme drastisch reduzieren. Allerdings ist die experimentelle Realisierung und Kontrolle topologischer Qubits noch äußerst anspruchsvoll. Photonische Quantencomputer nutzen Lichtteilchen (Photonen) als Qubits. Dieser Ansatz hat Vorteile bei der Geschwindigkeit der Informationsübertragung und der Skalierbarkeit, steht aber noch vor großen Herausforderungen bei der Implementierung universeller Quantengatter und der Erzeugung verschränkter Photonenpaare in großem Maßstab.Vergleich der Qubit-Technologien (Potenzial bis 2030)
"Derzeit befinden wir uns in der Ära des NISQ – Noisy Intermediate-Scale Quantum Computing. Das bedeutet, wir haben Quantencomputer mit einer begrenzten Anzahl von Qubits, die noch fehleranfällig sind. Bis 2030 erwarten wir Fortschritte in Richtung fehlerkorrigierender Quantencomputer, die wirklich komplexe Probleme lösen können."
— Dr. Eva Müller, Quantenphysikerin am Max-Planck-Institut für Physik
Anwendungsbereiche: Wo Quantencomputer die Welt verändern werden
Die potenziellen Anwendungsbereiche von Quantencomputern sind so vielfältig wie revolutionär. Ihre Fähigkeit, komplexe Probleme mit vielen Variablen exponentiell schneller zu lösen, eröffnet neue Horizonte in Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie. Viele dieser Anwendungen sind für klassische Computer schlichtweg unlösbar oder würden unvertretbar lange Rechenzeiten in Anspruch nehmen.Materialwissenschaft und Medikamentenentwicklung: Die Molekülsynthese neu gedacht
Einer der vielversprechendsten Bereiche ist die Simulation von Molekülen und Materialien. Klassische Computer stoßen hier schnell an ihre Grenzen, da die Anzahl der möglichen Wechselwirkungen zwischen Atomen und Elektronen exponentiell mit der Größe des Moleküls wächst. Quantencomputer könnten es ermöglichen, exakte Simulationen von Molekülstrukturen durchzuführen. Dies würde die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen, indem die Wechselwirkung von Wirkstoffen mit Proteinen präzise vorhergesagt werden kann. Ebenso könnten neue Materialien mit maßgeschneiderten Eigenschaften, wie z.B. Hochtemperatur-Supraleiter oder effizientere Katalysatoren, entwickelt werden. Die Entdeckung neuer Materialien mit spezifischen Eigenschaften, wie z.B. leichtere und stärkere Legierungen für die Luftfahrtindustrie oder verbesserte Batteriematerialien für Elektrofahrzeuge, könnte durch Quantensimulationen revolutioniert werden. Auch die Optimierung von chemischen Reaktionen, beispielsweise in der Düngemittelproduktion, um Energieverbrauch und Umweltbelastung zu reduzieren, steht im Fokus.Finanzwesen und Optimierung: Der Algo-Trading-Boost
Im Finanzwesen könnten Quantencomputer komplexe Portfolio-Optimierungen durchführen, das Risiko von Investitionen genauer analysieren und Betrugsversuche effizienter erkennen. Die Monte-Carlo-Simulationen, die derzeit in der Finanzwelt weit verbreitet sind, um Marktentwicklungen zu simulieren, könnten durch Quantenalgorithmen erheblich beschleunigt werden. Dies würde eine genauere Risikobewertung und fundiertere Anlageentscheidungen ermöglichen. Auch Logistik und Optimierungsprobleme profitieren enorm. Die Frage, wie man den kürzesten Weg für eine Flotte von Lieferwagen findet, der durch Tausende von Orten fährt (das Traveling Salesman Problem), ist ein klassisches Beispiel für ein NP-schweres Problem, das für klassische Computer mit wachsender Anzahl von Orten exponentiell schwieriger wird. Quantencomputer könnten diese Art von Optimierungsproblemen, die in der Routenplanung, der Produktionsplanung und dem Ressourcenmanagement eine Rolle spielen, deutlich effizienter lösen.| Sektor | Anwendungsbeispiele | Geschätztes Potenzial |
|---|---|---|
| Pharma & Gesundheitswesen | Medikamentenentwicklung, personalisierte Medizin, Genomforschung | Hohes Potenzial für Durchbrüche |
| Materialwissenschaft | Entwicklung neuer Materialien, Katalysatoren, Batterien | Hohes Potenzial für disruptive Innovationen |
| Finanzwesen | Portfolio-Optimierung, Risikomanagement, Betrugserkennung | Signifikante Effizienzsteigerungen |
| Logistik & Produktion | Routenoptimierung, Lieferkettenmanagement, Produktionsplanung | Optimierung komplexer Prozesse |
| Künstliche Intelligenz | Verbesserte Algorithmen für maschinelles Lernen, Mustererkennung | Beschleunigung von KI-Entwicklung |
Kryptographie und Cybersicherheit: Eine zweischneidige Klinge
Ein besonders kontroverser Anwendungsbereich ist die Kryptographie. Bekannte Verschlüsselungsverfahren, wie die RSA-Verschlüsselung, die auf der Schwierigkeit der Faktorisierung großer Zahlen basiert, könnten durch Shor's Algorithmus auf einem ausreichend leistungsfähigen Quantencomputer in polynomialer Zeit gebrochen werden. Dies hätte dramatische Folgen für die Datensicherheit im Internet, da nahezu alle sensiblen Daten – von Online-Transaktionen bis hin zu staatlichen Geheimnissen – derzeit auf diesen Prinzipien beruhen. Allerdings treibt die Quantentechnologie auch die Entwicklung der "post-quantensicheren" Kryptographie voran. Dies sind neue Verschlüsselungsalgorithmen, die auch gegen Angriffe von Quantencomputern resistent sein sollen. Bis 2030 wird erwartet, dass die ersten Standards für post-quantensichere Kryptographie implementiert werden, um diese Bedrohung zu mitigieren."Die Fähigkeit von Quantencomputern, heutige Verschlüsselungsstandards zu brechen, ist eine reale und ernstzunehmende Bedrohung. Gleichzeitig sind wir durch die Forschung an der Schwelle zu einer neuen Generation von sichereren kryptographischen Verfahren, die von Anfang an für die Quantenära konzipiert sind."
— Dr. Thomas Schmidt, Sicherheitsexperte und Berater für digitale Infrastrukturen
Die Forschung an Quantencomputern eröffnet nicht nur neue Möglichkeiten, sondern stellt bestehende Paradigmen in Frage. Die Entwicklung von Quantenalgorithmen, die die spezifischen Fähigkeiten von Quantenhardware nutzen können, ist ein eigenes Forschungsfeld, das mit der Hardware-Entwicklung Hand in Hand geht.
Der Markt wächst: Investitionen und globale Akteure
Der Markt für Quantencomputing befindet sich in einer rasanten Wachstumsphase. Sowohl private Investitionen als auch staatliche Förderprogramme treiben die Forschung und Entwicklung voran. Große Technologiekonzerne, spezialisierte Start-ups und Forschungseinrichtungen weltweit sind in diesem Wettlauf engagiert. Die Prognosen für das Marktvolumen sind optimistisch, wenngleich die genauen Zahlen stark variieren und von der Geschwindigkeit der technologischen Durchbrüche abhängen.Private und öffentliche Finanzierung: Ein Milliardengeschäft
Weltweit fließen Milliarden in die Entwicklung von Quantentechnologien. Risikokapitalgeber sehen in Quantencomputing das Potenzial für revolutionäre Anwendungen und investieren in vielversprechende Start-ups. Gleichzeitig erkennen Regierungen die strategische Bedeutung von Quantencomputing und fördern die Forschung und Entwicklung durch massive staatliche Programme. Diese Investitionen sind entscheidend, um die hohen Entwicklungskosten zu decken und die notwendige Infrastruktur aufzubauen. Die USA und China sind führend bei den staatlichen Ausgaben für Quantentechnologien, gefolgt von Europa und anderen asiatischen Ländern. Diese finanziellen Anreize schaffen ein dynamisches Umfeld, das Innovationen beschleunigt und talentierte Forscher und Ingenieure anzieht.Die wichtigsten Akteure auf der globalen Bühne
Eine Vielzahl von Unternehmen und Institutionen kämpft an vorderster Front des Quanten-Rennens. Zu den prominentesten Akteuren gehören: * **IBM:** Mit seiner "Q"-Plattform und dem Ziel, bis 2030 einen 4000-Qubit-Prozessor zu entwickeln, ist IBM ein wichtiger Vorreiter im Bereich supraleitender Qubits. * **Google:** Das Unternehmen hat mit seinem Sycamore-Prozessor die "Quantenüberlegenheit" demonstriert und forscht weiterhin intensiv an supraleitenden Qubits. * **Microsoft:** Setzt stark auf die Entwicklung von topologischen Qubits und die Bereitstellung von Cloud-basierten Quantencomputing-Diensten. * **Intel:** Arbeitet an supraleitenden Qubits und erforscht auch Silizium-basierte Ansätze. * **IonQ:** Ein führendes Unternehmen im Bereich Ionenfallen-Quantencomputing, das seine Technologie öffentlich zugänglich macht. * **Amazon (AWS):** Bietet über seine Cloud-Plattform Zugang zu verschiedenen Quantenhardware-Anbietern und entwickelt eigene Forschungsinitiativen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche spezialisierte Start-ups und Forschungseinrichtungen, die in Nischenbereichen der Quantentechnologie tätig sind und oft mit den größeren Playern kooperieren. Der Wettbewerb ist intensiv, aber auch die Kooperation zwischen verschiedenen Entitäten ist entscheidend für den Fortschritt.2.5 Mrd. $
Prognostizierte Ausgaben (2027)
20+
Führende KI-Unternehmen mit Quanten-Fokus
100+
Start-ups im Quantenbereich weltweit
Multi-Milliarden
Staatliche Förderprogramme (global)
Die Hürden auf dem Weg: Von der Theorie zur Praxis
Trotz des enormen Fortschritts und der vielversprechenden Entwicklung sind noch erhebliche Hürden zu überwinden, bevor Quantencomputer zu einem alltäglichen Werkzeug werden. Die Komplexität der Technologie, die hohen Kosten und die Notwendigkeit spezialisierten Personals stellen signifikante Herausforderungen dar.Der Sprung von NISQ zu fault-tolerant
Wie bereits erwähnt, befinden wir uns derzeit in der Ära des NISQ (Noisy Intermediate-Scale Quantum Computing). Diese Maschinen sind zwar bereits in der Lage, einige Probleme zu lösen, die für klassische Computer schwierig sind, aber ihre begrenzte Anzahl an Qubits und ihre Anfälligkeit für Fehler schränken ihre Anwendbarkeit ein. Der Übergang zu "fault-tolerant" Quantencomputern, die über eingebaute Fehlerkorrekturmechanismen verfügen, ist ein entscheidender Schritt. Dies erfordert eine exponentielle Zunahme der physischen Qubits, um logische Qubits zu bilden. Die Entwicklung von Quantenfehlerraten, die niedrig genug sind, um komplexe Berechnungen durchführen zu können, ist ein Hauptziel. Dies involviert nicht nur die Verbesserung der Hardware, sondern auch die Entwicklung ausgefeilterer Fehlerkorrektur-Codes und Algorithmen. Ein logisches Qubit erfordert typischerweise Hunderte oder sogar Tausende von physischen Qubits, um eine ausreichende Fehlertoleranz zu erreichen.Skalierbarkeit und Kosten: Die Herausforderung der Massenproduktion
Die Skalierbarkeit von Quantencomputern ist eine der größten technischen Herausforderungen. Die Vergrößerung der Anzahl der Qubits, während die Präzision und Kontrolle erhalten bleiben, ist äußerst schwierig. Jede Qubit-Technologie hat ihre eigenen Skalierungsgrenzen, und die Integration vieler Qubits in einem einzigen System erfordert extrem komplexe Kühlungs-, Steuerungs- und Verbindungssysteme. Die Kosten für die Entwicklung und den Betrieb von Quantencomputern sind derzeit immens. Die benötigte Infrastruktur, wie kryogene Kühlsysteme und hochpräzise Laser, ist extrem teuer. Dies macht Quantencomputer derzeit zu Werkzeugen für Großunternehmen und Forschungseinrichtungen. Eine breitere Anwendung erfordert eine deutliche Reduzierung der Kosten, was durch Fortschritte in der Fertigung und durch die Entwicklung effizienterer Designs erreicht werden könnte.Fachkräftemangel und Ausbildung: Die menschliche Komponente
Der Mangel an qualifizierten Fachkräften ist ein weiteres kritisches Hindernis. Die Entwicklung und Nutzung von Quantencomputern erfordert ein tiefes Verständnis von Quantenmechanik, Informatik und Ingenieurwesen. Es besteht ein erheblicher Bedarf an Quantenphysikern, Quantenalgorithmen-Entwicklern und spezialisierten Ingenieuren. Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit bemühen sich, Ausbildungsprogramme zu entwickeln, um diesem Mangel entgegenzuwirken. Die Schaffung eines robusten Ökosystems, das nicht nur technologische Innovationen fördert, sondern auch die notwendigen Talente hervorbringt, ist entscheidend für den zukünftigen Erfolg der Quantentechnologie.Software- und Algorithmen-Entwicklung: Die Brücke zur Anwendung
Selbst mit leistungsfähiger Quantenhardware sind ohne geeignete Software und Algorithmen nutzlose Werkzeuge. Die Entwicklung von Quantenalgorithmen, die die einzigartigen Fähigkeiten von Quantencomputern nutzen können, ist ein eigenes Forschungsfeld. Viele der heutigen Anwendungen sind noch theoretisch oder befinden sich in einem frühen Stadium der Entwicklung. Der Bedarf an einer benutzerfreundlichen Quantensoftware-Plattform, die es auch Nicht-Experten ermöglicht, Quantencomputer zu nutzen, ist groß. Die Übersetzung komplexer physikalischer Phänomene in verständliche Programmiersprachen ist eine wichtige Aufgabe, um die breite Akzeptanz von Quantencomputern zu fördern.Hauptprobleme bei der Skalierung von Quantencomputern
Die Rolle Europas im Quanten-Rennen
Europa hat sich ehrgeizige Ziele im Bereich Quantentechnologien gesetzt und investiert erheblich in Forschung und Entwicklung. Mit einer starken wissenschaftlichen Basis und einer wachsenden Zahl von Initiativen positioniert sich der Kontinent als wichtiger Akteur im globalen Quanten-Rennen.EU-Initiativen und nationale Strategien
Die Europäische Union hat mit der "Quantum Technologies Flagship"-Initiative eine umfassende Strategie zur Förderung der Quantenforschung und -innovation gestartet. Dieses mehrjährige Programm bündelt die Anstrengungen von über 1.500 Forschern aus 20 Ländern und zielt darauf ab, die wissenschaftliche Exzellenz in der Quantentechnologie zu stärken und den Transfer von Forschungsergebnissen in industrielle Anwendungen zu beschleunigen. Zusätzlich zu den EU-weiten Bemühungen haben viele europäische Länder eigene nationale Quantenstrategien entwickelt. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und andere Länder investieren gezielt in Quantencomputer, Quantensensorik und Quantenkommunikation. Diese nationalen Strategien ergänzen die europäischen Bemühungen und schaffen ein vielfältiges Forschungs- und Entwicklungsökosystem.Europäische Unternehmen und Forschungseinrichtungen
Europäische Unternehmen wie Infineon, SAP und Atos arbeiten an verschiedenen Aspekten der Quantentechnologie. Infineon, ein Halbleiterhersteller, erforscht beispielsweise die Integration von Quantenkomponenten in etablierte Technologien. SAP, ein Softwarekonzern, arbeitet an der Entwicklung von Quantenalgorithmen und Anwendungen für Unternehmen. Atos, ein IT-Dienstleister, hat sich auf die Entwicklung von Quanten-Supercomputern spezialisiert. Forschungseinrichtungen wie das Max-Planck-Institut in Deutschland, das Fraunhofer-Institut und das CEA in Frankreich spielen eine entscheidende Rolle bei der Grundlagenforschung und der Entwicklung neuer Quantentechnologien. Diese Institutionen bilden auch die nächste Generation von Quantenwissenschaftlern und -ingenieuren aus.1 Mrd. €+
EU Quantum Technologies Flagship Budget
10+
Nationale Quantenstrategien in Europa
Hunderte
Forscher in EU-Quantenprojekten
Viele
Europäische Unternehmen mit Quanten-Fokus
Wann werden Quantencomputer alltäglich sein?
Es ist unwahrscheinlich, dass Quantencomputer klassische Computer vollständig ersetzen werden. Sie sind spezialisierte Werkzeuge für bestimmte, sehr komplexe Probleme. Bis 2030 könnten wir erste nutzbare Quantencomputer für spezifische Anwendungen sehen, aber eine breite Verfügbarkeit und alltägliche Nutzung wie bei Smartphones ist noch Jahrzehnte entfernt.
Welche Art von Problemen können Quantencomputer lösen, die klassische Computer nicht lösen können?
Quantencomputer eignen sich besonders gut für Probleme, die eine exponentielle Anzahl von Möglichkeiten beinhalten, wie z.B. die Simulation komplexer Moleküle und Materialien, die Optimierung großer Datensätze, das Brechen moderner Kryptographie und bestimmte Arten von maschinellem Lernen. Klassische Computer sind jedoch für die meisten alltäglichen Aufgaben weiterhin überlegen.
Was ist der Unterschied zwischen Qubit und Bit?
Ein klassisches Bit kann entweder den Zustand 0 oder 1 einnehmen. Ein Qubit (Quantenbit) kann dank Superposition gleichzeitig in mehreren Zuständen (0, 1 oder eine Kombination davon) existieren. Diese Fähigkeit ermöglicht es Quantencomputern, eine viel größere Menge an Informationen parallel zu verarbeiten.
Wie wird sich Quantencomputing auf die Cybersicherheit auswirken?
Quantencomputer könnten in der Lage sein, die heute gebräuchlichen Verschlüsselungsmethoden zu brechen. Dies stellt eine erhebliche Bedrohung für die Datensicherheit dar. Gleichzeitig wird intensiv an "post-quantensicherer" Kryptographie geforscht, die auch gegen Angriffe von Quantencomputern resistent ist. Bis 2030 könnten erste Standards für diese neue Art der Verschlüsselung eingeführt werden.
