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Das Erwachen des dezentralen Webs (Web3): Jenseits von Blockchain-Buzzwords zu realen Auswirkungen auf Daten und Identität

Das Erwachen des dezentralen Webs (Web3): Jenseits von Blockchain-Buzzwords zu realen Auswirkungen auf Daten und Identität
⏱ 25 min

Das Erwachen des dezentralen Webs (Web3): Jenseits von Blockchain-Buzzwords zu realen Auswirkungen auf Daten und Identität

Im Jahr 2023 wurden weltweit mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar in Web3-Unternehmen investiert, ein klares Indiz für das wachsende Vertrauen in die nächste Generation des Internets, das auf Dezentralisierung, Blockchain-Technologie und Nutzereigentum basiert. Dieses neue Paradigma, oft als Web3 bezeichnet, verspricht, die Art und Weise, wie wir im Internet interagieren, Daten speichern und unsere digitale Identität verwalten, grundlegend zu verändern. Weg von den dominanten Plattformen des Web2 hin zu einem offeneren, gerechteren und transparenteren digitalen Ökosystem, in dem der Nutzer im Mittelpunkt steht.

Was ist Web3 genau?

Web3 ist nicht einfach nur eine Weiterentwicklung des bestehenden Internets, sondern vielmehr eine Vision für eine grundlegende Neugestaltung. Während das Web1 von statischen Webseiten geprägt war und das Web2 durch soziale Medien und nutzergenerierte Inhalte die Interaktivität in den Vordergrund rückte, zielt Web3 darauf ab, die Macht von den großen Technologiekonzernen zurück an die Nutzer zu verlagern. Dies geschieht durch den Einsatz von Technologien wie Blockchain, verteilten Ledgern, dezentralen Anwendungen (dApps) und fortschrittlichen Kryptografieverfahren.

Warum jetzt? Die Dringlichkeit der Transformation

Die Notwendigkeit einer solchen Transformation ist offensichtlich. Die zentralisierten Plattformen des Web2 haben zwar beispiellose Konnektivität und Informationszugang ermöglicht, aber auch zu einer alarmierenden Konzentration von Macht, Daten und Kontrolle geführt. Nutzer sind oft unfreiwillig zu Produkten geworden, deren Daten verkauft und manipuliert werden, ohne dass sie die volle Kontrolle oder gar eine angemessene Entschädigung erhalten. Skandale wie Cambridge Analytica und die ständigen Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Zensur unterstreichen die Schwachstellen des aktuellen Modells.

Die Kernprinzipien von Web3

Web3 basiert auf mehreren fundamentalen Prinzipien:
  • Dezentralisierung: Keine einzelne Entität kontrolliert das Netzwerk oder die Daten.
  • Transparenz: Transaktionen und Daten sind, wo angemessen, öffentlich einsehbar und nachvollziehbar.
  • Nutzerkontrolle und Eigentum: Nutzer besitzen ihre Daten und ihre digitale Identität.
  • Offenheit und Interoperabilität: Systeme sind offen und ermöglichen nahtlose Interaktion zwischen verschiedenen Anwendungen.
  • Tokenisierung: Digitale Vermögenswerte und Eigentumsrechte werden durch Tokens repräsentiert.

Die Grenzen des Web2: Zentralisierung als Flaschenhals

Das heutige Internet, das Web2, hat uns mit seinen sozialen Netzwerken, Suchmaschinen und E-Commerce-Plattformen enormen Nutzen gebracht. Doch diese Vorteile gehen oft mit erheblichen Nachteilen einher, die primär auf der zentralisierten Architektur beruhen. Große Technologieunternehmen agieren als Gatekeeper, die den Zugang zu Informationen und Diensten kontrollieren und dabei riesige Mengen an Nutzerdaten sammeln und monetarisieren.

Daten als neues Öl: Die Monetarisierung von Nutzerprofilen

Die dominanten Player im Web2 haben ein Geschäftsmodell etabliert, bei dem Nutzerdaten die wichtigste Ressource darstellen. Durch detaillierte Profile, die aus unserem Online-Verhalten erstellt werden, können gezielte Werbekampagnen geschaltet werden, die für die Werbetreibenden hochprofitabel sind. Für den Nutzer bedeutet dies jedoch oft eine erhebliche Einschränkung der Privatsphäre. Seine digitalen Fußabdrücke werden analysiert, gespeichert und – manchmal ohne explizite Zustimmung – weiterverkauft.
"Die Zentralisierung des Internets hat zu einer beispiellosen Machtansammlung geführt. Wir geben unsere wertvollsten Güter – unsere Daten und unsere Aufmerksamkeit – an eine Handvoll Konzerne ab und erhalten im Gegenzug oft nur ein fragmentarisches und von Werbung dominiertes Erlebnis."
— Dr. Anya Sharma, Digitale Ethikerin

Die Gefahr der Zensur und des Vendor Lock-ins

In einem zentralisierten System können Plattformbetreiber Inhalte zensieren oder Konten sperren, oft mit geringer Transparenz oder Berufungsmöglichkeiten. Dies stellt eine direkte Bedrohung für die Meinungsfreiheit und den freien Informationsfluss dar. Darüber hinaus zwingt das Vendor Lock-in Nutzer dazu, innerhalb der Ökosysteme einzelner Unternehmen zu bleiben. Der Wechsel zu einer anderen Plattform kann mühsam und mit dem Verlust von Daten und sozialen Verbindungen verbunden sein, was die Abhängigkeit von den etablierten Anbietern weiter verstärkt.

Digitale Identität als Ware

Im Web2 ist unsere digitale Identität oft an spezifische Plattformen gebunden. Wir erstellen separate Konten für E-Mail, soziale Medien, Online-Shopping und so weiter. Diese Identitäten sind fragmentiert und werden von den jeweiligen Diensten verwaltet und kontrolliert. Der Nutzer hat wenig Kontrolle darüber, wer seine Identitätsdaten sieht oder wie sie verwendet werden.
Web2 Merkmal Herausforderung Auswirkung auf Nutzer
Zentralisierte Server Single Point of Failure, Zensurrisiko Ausfall von Diensten, Verlust des Zugangs
Datenmonetarisierung durch Plattformen Datenschutzverletzungen, unfaire Nutzung Mangelnde Privatsphäre, Profilierung
Plattformabhängigkeit (Vendor Lock-in) Schwieriger Wechsel, Datenverlust Geringe Flexibilität, eingeschränkte Auswahl
Identitätsverwaltung durch Dritte Fragmentierung, geringe Kontrolle Komplexe Verwaltung, Identitätsdiebstahlrisiko

Blockchain als Fundament: Mehr als nur Kryptowährungen

Die Blockchain-Technologie, die oft synonym mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen verwendet wird, ist das technologische Rückgrat von Web3. Doch ihre Bedeutung reicht weit über digitale Währungen hinaus. Sie bietet eine dezentrale, unveränderliche und transparente Methode zur Aufzeichnung von Transaktionen und Daten, was für die Verwirklichung der Ziele von Web3 unerlässlich ist.

Dezentrale Ledger und ihre Eigenschaften

Im Kern ist eine Blockchain ein verteiltes Ledger, das von einem Netzwerk von Computern (Knoten) gemeinsam verwaltet wird. Jede Transaktion wird in einem "Block" zusammengefasst, der dann kryptografisch mit dem vorhergehenden Block verbunden wird. Dies schafft eine Kette von Blöcken, die nahezu manipulationssicher ist. Wenn ein Block hinzugefügt wird, wird dies von der Mehrheit der Netzwerkteilnehmer verifiziert, was eine einheitliche und vertrauenswürdige Aufzeichnung sicherstellt.

Unveränderlichkeit und Transparenz als Garanten des Vertrauens

Die Unveränderlichkeit der Blockchain ist ein entscheidender Vorteil. Einmal aufgezeichnete Daten können nicht nachträglich verändert oder gelöscht werden, ohne dass dies sofort auffällt und von anderen Teilnehmern im Netzwerk abgelehnt wird. Diese Eigenschaft schafft ein hohes Maß an Vertrauen, da keine zentrale Instanz die Daten manipulieren kann. Die Transparenz bedeutet, dass – je nach Design der Blockchain – Transaktionen öffentlich einsehbar sind. Dies ist besonders wichtig für Anwendungen, die Nachvollziehbarkeit und Nachweisbarkeit erfordern, wie etwa bei der Verwaltung von Lieferketten oder Abstimmungssystemen.

Smart Contracts: Automatisierte Vereinbarungen

Ein weiterer revolutionärer Aspekt der Blockchain sind Smart Contracts. Dies sind selbstausführende Verträge, deren Bedingungen direkt in Code geschrieben sind. Wenn vordefinierte Bedingungen erfüllt sind, werden die im Smart Contract festgelegten Aktionen automatisch ausgeführt, ohne dass ein Vermittler benötigt wird. Dies ermöglicht die Automatisierung von Prozessen, die bisher menschliche Eingriffe oder zentrale Abwicklung erforderten, und eröffnet neue Möglichkeiten für dezentrale Finanzdienstleistungen (DeFi), digitale Spiele und vieles mehr.

Von Kryptowährungen zu Utility Tokens und NFTs

Während Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether primär als Wertaufbewahrungsmittel oder Zahlungsmittel dienen, gibt es eine wachsende Vielfalt an Tokens. Utility Tokens gewähren Zugang zu bestimmten Diensten oder Funktionen innerhalb eines dezentralen Ökosystems. Non-Fungible Tokens (NFTs) sind einzigartige digitale Vermögenswerte, die Eigentum an digitalen oder physischen Objekten repräsentieren können, von Kunstwerken und Sammlerstücken bis hin zu virtuellen Immobilien. Diese Tokenisierung ist ein Schlüsselkonzept für die Schaffung neuer Eigentumsmodelle und Wertschöpfungsketten in Web3.
Wachstum von Blockchain-Anwendungen (Schätzungen)
Dezentrale Finanzen (DeFi)150 Mrd. USD
Non-Fungible Tokens (NFTs)30 Mrd. USD
Supply Chain Management10 Mrd. USD
Gaming & Metaverse5 Mrd. USD

Die Auswahl der richtigen Blockchain-Plattform

Nicht alle Blockchains sind gleich. Verschiedene Architekturen und Konsensmechanismen (z.B. Proof-of-Work, Proof-of-Stake) haben unterschiedliche Auswirkungen auf Skalierbarkeit, Sicherheit, Energieverbrauch und Dezentralisierung. Populäre Plattformen wie Ethereum, Solana, Polkadot und Avalanche bieten jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile für Entwickler und Nutzer. Die Wahl der richtigen Plattform hängt stark vom spezifischen Anwendungsfall ab.

Dezentrale Identität (DID): Die Kontrolle zurückgewinnen

Eines der revolutionärsten Konzepte von Web3 ist die dezentrale Identität (DID). Statt dass unsere Identitätsdaten über verschiedene Dienste und Plattformen verstreut sind und von diesen kontrolliert werden, ermöglicht DID den Nutzern, ihre eigene digitale Identität souverän zu verwalten.

Souveräne Identität: Der Nutzer als Herr seiner Daten

Bei der dezentralen Identität besitzt der Nutzer einen digitalen "Wallet", der seine Identitätsdaten speichert. Diese Daten können aus verschiedenen Quellen stammen, wie z.B. persönlichen Dokumenten, Ausweisen oder von vertrauenswürdigen Ausstellern überprüften Attributen. Der Nutzer entscheidet selbst, welche Informationen er mit wem und zu welchem Zweck teilt. Dies ist ein Paradigmenwechsel hin zu "Self-Sovereign Identity" (SSI), bei dem die Kontrolle über die eigene Identität vollständig beim Individuum liegt.

Wie DID funktioniert: Verifizierbare Anmeldeinformationen (VCs)

Die Grundlage für DIDs bilden oft verifizierbare Anmeldeinformationen (Verifiable Credentials, VCs). Dies sind digitale Zertifikate, die von einem vertrauenswürdigen Aussteller (z.B. einer Universität, einer Behörde oder einem Arbeitgeber) signiert werden und bestimmte Attribute über den Inhaber aussagen (z.B. "ist über 18 Jahre alt", "hat einen Abschluss", "ist ein qualifizierter Käufer"). Der Nutzer speichert diese VCs in seinem DID-Wallet und kann sie selektiv vorlegen, um seine Identität oder bestimmte Qualifikationen nachzuweisen, ohne unnötige persönliche Daten preiszugeben.
100%
Nutzerkontrolle über Daten
Weniger
Datenschutzrisiken
Schneller
Identitätsprüfungen
Höher
Vertrauen und Sicherheit

Vorteile von DID für den Einzelnen und Unternehmen

Für Einzelpersonen bedeutet DID mehr Privatsphäre, Sicherheit und Freiheit im digitalen Raum. Sie sind weniger anfällig für Identitätsdiebstahl und die missbräuchliche Verwendung ihrer Daten. Für Unternehmen ergeben sich ebenfalls Vorteile: Sie können Identitätsprüfungen effizienter und sicherer durchführen, das Vertrauen der Kunden stärken und regulatorische Anforderungen (wie KYC/AML) mit geringerem Aufwand erfüllen. Die Integration von DID in bestehende Systeme ist zwar eine Herausforderung, verspricht aber langfristig ein sichereres und nutzerfreundlicheres digitales Ökosystem.

Datensouveränität und der Weg zur digitalen Selbstbestimmung

Die Idee der Datensouveränität ist eng mit DID verknüpft. Sie besagt, dass Individuen die volle Kontrolle über ihre persönlichen Daten haben sollten. Dies schließt das Recht ein, zu bestimmen, wer Zugriff auf diese Daten hat, wie sie verwendet werden und ob sie dafür entschädigt werden. Web3-Technologien bieten die Werkzeuge, um dieses Ideal zu verwirklichen und die Machtverhältnisse im digitalen Raum neu zu gestalten. Mehr über Self-Sovereign Identity auf Wikipedia

Datenhoheit und Tokenisierung: Neue Wertschöpfungsketten

Das Konzept der Datenhoheit ist ein weiterer Eckpfeiler von Web3 und revolutioniert die Art und Weise, wie wir über den Wert von Daten denken und wie damit gehandelt werden kann. In Verbindung mit der Tokenisierung werden Daten von einem reinen Nebenprodukt des digitalen Lebens zu einem potenziellen Vermögenswert, der dem Nutzer direkt gehört und den er kontrollieren und monetarisieren kann.

Von der Datenpreisgabe zur Datenmonetarisierung durch den Nutzer

Im Web2 sind Nutzer oft bereit, ihre Daten im Austausch für kostenlose Dienste preiszugeben. Im Web3 können Nutzer ihre Daten jedoch tokenisieren, das heißt, sie können sie als digitale Vermögenswerte repräsentieren. Diese "Datentokens" können dann an Unternehmen verkauft oder vermietet werden, die ein legitimes Interesse an diesen Daten haben. Dies schafft eine völlig neue Wertschöpfungskette, bei der die Nutzer für die Bereitstellung ihrer Daten entlohnt werden, anstatt nur die "Ware" zu sein.

Tokenisierte Daten als Handelsgut

Stellen Sie sich vor, ein Nutzer hat anonymisierte Gesundheitsdaten, die für medizinische Forschung von unschätzbarem Wert sind. Anstatt dass diese Daten an ein Pharmaunternehmen verkauft werden, kann der Nutzer seine Daten tokenisieren und diese Tokens an Forscher verkaufen oder vermieten. Die Blockchain stellt sicher, dass die Transaktionen nachvollziehbar und sicher sind, und der Smart Contract regelt die Nutzungsbedingungen und die Auszahlung der Vergütung.
"Die Tokenisierung von Daten verspricht, die Machtdynamik im digitalen Zeitalter neu zu definieren. Sie ermöglicht es Individuen, aus anonymen Nutzern zu aktiven Teilnehmern an der Datenökonomie zu werden und einen fairen Anteil am Wert zu erhalten, den sie schaffen."
— Dr. Kai Müller, Blockchain-Ökonom

Decentralized Autonomous Organizations (DAOs) und Datenkollektive

DAOs sind dezentrale, von der Community geführte Organisationen, die durch Smart Contracts gesteuert werden. Sie können eine wichtige Rolle bei der Verwaltung von tokenisierten Daten spielen. DAOs können als Kollektive fungieren, die Daten aggregieren und deren Nutzung im Namen ihrer Mitglieder verwalten. Mitglieder einer DAO, die Daten beisteuern, könnten durch Governance-Tokens Stimmrechte und potenzielle Erträge aus der Datenverwertung erhalten.

Datenschutz und Sicherheit durch dezentrale Speicherlösungen

Während die Transparenz der Blockchain wichtig ist, muss der Datenschutz gewährleistet sein. Web3-Anwendungen nutzen oft Kombinationen von Technologien wie Zero-Knowledge Proofs und dezentrale Speicherlösungen (z.B. IPFS), um Daten sicher und privat zu speichern. Zero-Knowledge Proofs ermöglichen es, die Richtigkeit einer Aussage zu beweisen, ohne die Aussage selbst preiszugeben. Dezentrale Speicherlösungen verteilen Daten über ein Netzwerk von Knoten, wodurch die Abhängigkeit von einzelnen Servern reduziert und das Risiko von Datenverlust oder Zensur minimiert wird.

Anwendungsfälle, die das Web3 greifbar machen

Die abstrakten Konzepte von Web3 gewinnen durch konkrete Anwendungsfälle an Bedeutung. Diese reichen von revolutionären Finanzdienstleistungen bis hin zu neuen Formen der digitalen Kreativität und des Gamings.

Dezentrale Finanzen (DeFi): Die Revolution der Finanzdienstleistungen

DeFi zielt darauf ab, das traditionelle Finanzsystem durch dezentrale, blockchain-basierte Alternativen zu ersetzen. Dies umfasst dezentrale Börsen (DEXs), Kreditplattformen, Stablecoins und Versicherungen. Nutzer können Kredite aufnehmen und vergeben, Zinsen verdienen und mit digitalen Vermögenswerten handeln, ohne auf traditionelle Banken oder Finanzinstitute angewiesen zu sein. Dies erhöht die Zugänglichkeit, senkt Gebühren und bietet potenziell höhere Renditen. Reuters: Polygon arbeitet mit Starbucks an Web3-Loyalitätsprogramm

Non-Fungible Tokens (NFTs) und die Zukunft der Kreativwirtschaft

NFTs haben die Welt der Kunst, Musik und des Collectibles im Sturm erobert. Sie ermöglichen es Künstlern, ihre digitalen Werke direkt zu verkaufen und Lizenzgebühren für jede Weiterveräußerung zu erhalten. Dies schafft neue Einkommensmöglichkeiten und gibt Kreativen mehr Kontrolle über ihre Schöpfungen. Darüber hinaus finden NFTs Anwendung in virtuellen Welten (Metaverse), wo sie zur Darstellung von virtuellen Gütern, Avataren und Grundstücken dienen.

Das Metaverse und Web3-Gaming

Das Metaverse, eine persistente, vernetzte und interaktive virtuelle Welt, ist eng mit Web3 verbunden. Hier können Nutzer mit ihren dezentralen Identitäten interagieren, virtuelle Güter besitzen (oft als NFTs) und an Spielen teilnehmen, die auf Blockchain-Technologie basieren. Web3-Gaming, auch bekannt als "Play-to-Earn", ermöglicht es Spielern, durch ihre Spielaktivitäten reale Werte zu verdienen, sei es in Form von Kryptowährungen oder handelbaren In-Game-Assets.
100+
Dezentrale Börsen (DEXs)
10.000+
NFT-Kollektionen aktiv
50+
Blockchain-basierte Spiele
1 Mrd.+
Dollar Handelsvolumen in DeFi

Dezentrale soziale Netzwerke und Content-Plattformen

Es gibt Bestrebungen, dezentrale Alternativen zu bestehenden sozialen Netzwerken zu schaffen. Diese Plattformen könnten den Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten und Inhalte geben und Zensur verhindern. Content-Ersteller könnten direkt von ihren Fans unterstützt werden, ohne dass ein Vermittler einen großen Teil der Einnahmen einbehält.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Trotz des immensen Potenzials steht Web3 noch am Anfang seiner Entwicklung und sieht sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, die überwunden werden müssen, um sein volles Potenzial zu entfalten.

Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit

Ein zentrales Problem vieler Blockchains ist die Skalierbarkeit. Transaktionen können langsam und teuer sein, was die Massenadaption erschwert. Lösungen wie Layer-2-Skalierungstechnologien (z.B. Rollups) und effizientere Konsensmechanismen werden entwickelt, um diese Engpässe zu beheben. Ebenso muss die Benutzerfreundlichkeit verbessert werden. Die Nutzung von Wallets, privaten Schlüsseln und dezentralen Anwendungen ist für viele Nutzer noch komplex und einschüchternd.

Regulierung und rechtliche Unsicherheit

Die dezentrale Natur von Web3 stellt Regulierungsbehörden weltweit vor neue Herausforderungen. Die rechtliche Landschaft für Kryptowährungen, NFTs und DAOs ist oft unklar und entwickelt sich ständig weiter. Dies schafft Unsicherheit für Unternehmen und Investoren und kann die Innovation bremsen. Eine klare und ausgewogene Regulierung ist notwendig, um Vertrauen zu schaffen und gleichzeitig die Kernprinzipien von Web3 zu wahren.

Energieverbrauch und Nachhaltigkeit

Einige Blockchain-Technologien, insbesondere solche, die auf Proof-of-Work basieren (wie Bitcoin), verbrauchen erhebliche Mengen an Energie. Dies hat zu Bedenken hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen geführt. Jedoch setzen viele neuere Blockchains auf energieeffizientere Mechanismen wie Proof-of-Stake, was die Nachhaltigkeit verbessert.

Die Rolle der Nutzer und der Übergang

Der erfolgreiche Übergang von Web2 zu Web3 hängt stark von der Akzeptanz und dem Verständnis der Nutzer ab. Bildung und Aufklärung sind entscheidend, um die Vorteile und die Funktionsweise von Web3 zu vermitteln. Die Entwicklung intuitiver Benutzeroberflächen und die Schaffung von Anreizen für die Teilnahme werden den Übergang erleichtern.

Zukunftsausblick: Ein offeneres, gerechteres Internet

Trotz der Hürden ist der Trend hin zu einem dezentraleren Internet unaufhaltsam. Web3 verspricht, die Macht zurück in die Hände der Nutzer zu legen, neue Formen der digitalen Souveränität zu ermöglichen und gerechtere Wertschöpfungsketten zu schaffen. Während die Technologie weiter reift und die Anwendungsfälle vielfältiger werden, wird Web3 zweifellos die Art und Weise, wie wir leben, arbeiten und interagieren, nachhaltig prägen. Es ist nicht nur ein technologischer Wandel, sondern eine philosophische Neuausrichtung des digitalen Zeitalters.
Ist Web3 nur ein Hype?
Web3 ist mehr als nur ein Hype. Während es Aspekte gibt, die spekulativ sind (wie manche NFT-Marktplätze), sind die zugrundeliegenden Technologien wie Blockchain, dezentrale Identität und Smart Contracts fundamental und haben das Potenzial, das Internet grundlegend zu verändern. Viele Experten sehen darin eine natürliche Evolution des Webs.
Brauche ich Kryptowährung, um Web3 zu nutzen?
Nicht unbedingt. Während viele Web3-Anwendungen Kryptowährungen für Transaktionen oder als Anreizsysteme nutzen, ist es nicht immer zwingend erforderlich, direkt Kryptowährung zu besitzen. Viele Plattformen arbeiten daran, die Einstiegshürden zu senken und alternative Zahlungsmethoden zu integrieren. Jedoch ist ein Verständnis von digitalen Assets oft hilfreich.
Wie sicher ist meine dezentrale Identität?
Dezentrale Identität zielt darauf ab, die Sicherheit und Kontrolle über Ihre Daten zu erhöhen. Ihre Identitätsdaten werden in Ihrem eigenen Wallet gespeichert und Sie entscheiden, wer darauf zugreifen darf. Das Risiko des Verlusts privater Schlüssel ist jedoch eine ernstzunehmende Gefahr, da der Zugriff auf Ihre Identität sonst unwiederbringlich verloren geht. Sichere Aufbewahrungspraktiken sind entscheidend.
Was ist der Unterschied zwischen Web3 und dem Metaverse?
Das Metaverse ist eine übergeordnete Vision von vernetzten, virtuellen Welten. Web3 ist die zugrundeliegende Technologie und das ethische Framework, das es dem Metaverse ermöglicht, dezentral, nutzerkontrolliert und wertbasiert zu sein. Man könnte sagen, Web3 ist die Infrastruktur und Philosophie hinter einem potenziellen, offenen Metaverse.