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Die unsichtbare Revolution: Was ist Ambient Computing?

Die unsichtbare Revolution: Was ist Ambient Computing?
⏱ 15 min

Über 80 % der weltweit gesammelten Daten im Jahr 2025 werden voraussichtlich unstrukturiert sein, was die Notwendigkeit intelligenterer, kontextbezogener Interaktionen verdeutlicht. Ambient Computing verspricht genau das: eine nahtlose Integration von Technologie in unsere Umgebung, die uns proaktiv unterstützt, ohne dass wir explizit interagieren müssen.

Die unsichtbare Revolution: Was ist Ambient Computing?

Ambient Computing, auch als Ubiquitous Computing oder Pervasive Computing bekannt, beschreibt eine technologische Paradigmenverschiebung, bei der Computer und smarte Geräte so nahtlos in unsere physische Umgebung integriert werden, dass sie unsichtbar werden. Anstatt bewusst mit einem Computer zu interagieren, wie wir es von Smartphones, Laptops oder Desktops kennen, agiert Ambient Computing im Hintergrund und reagiert auf unsere Bedürfnisse und unseren Kontext, oft bevor wir sie überhaupt artikulieren. Es geht darum, Technologie so zu gestalten, dass sie sich an den Menschen anpasst und nicht umgekehrt.

Diese unsichtbare Intelligenz manifestiert sich in einer Vielzahl von Formen: intelligente Thermostate, die sich an unsere Anwesenheit und bevorzugten Temperaturen anpassen, sprachgesteuerte Assistenten, die auf unsere Fragen oder Befehle reagieren, oder sogar Umgebungen, die automatisch die Beleuchtung und Musik an unsere Stimmung anpassen. Das Kernprinzip ist die Kontextsensitivität – die Fähigkeit des Systems, den aktuellen Zustand, die Umgebung und die Absichten des Benutzers zu verstehen, um relevante und nützliche Aktionen auszuführen.

Die Vision hinter Ambient Computing ist ein Leben, in dem Technologie uns unterstützt, ohne uns zu belasten. Es ist ein Übergang von der bewussten Nutzung einzelner Geräte hin zu einer intelligenten und reaktionsfähigen Umgebung, die sich organisch in unseren Alltag einfügt. Dies erfordert eine tiefgreifende Vernetzung von Geräten, eine hochentwickelte künstliche Intelligenz zur Interpretation von Daten und eine ständige Analyse unserer Gewohnheiten und Präferenzen, um Vorhersagen treffen zu können.

Abgrenzung zu verwandten Konzepten

Es ist wichtig, Ambient Computing von ähnlichen, aber dennoch unterschiedlichen Konzepten zu unterscheiden. Während das Internet der Dinge (IoT) sich primär auf die Vernetzung physischer Geräte konzentriert, um Daten zu sammeln und auszutauschen, ist Ambient Computing das übergeordnete Konzept, das diese vernetzten Geräte nutzt, um eine intelligente und reaktionsfähige Umgebung zu schaffen. KI und maschinelles Lernen sind die treibenden Kräfte hinter der Intelligenz, die es Ambient-Computing-Systemen ermöglicht, zu lernen, sich anzupassen und Vorhersagen zu treffen.

Edge Computing, bei dem Datenverarbeitung näher am Ursprung der Daten stattfindet, spielt ebenfalls eine Rolle, um die Latenzzeiten zu minimieren und die Reaktionsfähigkeit von Ambient-Computing-Systemen zu verbessern. Letztendlich sind all diese Technologien miteinander verknüpft und tragen dazu bei, die Vision einer nahtlos integrierten, intelligenten Technologie zu verwirklichen.

Die Evolution der Schnittstellen: Von der Tastatur zum Kontext

Die Art und Weise, wie wir mit Technologie interagieren, hat sich dramatisch verändert. Früher dominierten textbasierte Schnittstellen und Befehlszeilen. Dann kamen grafische Benutzeroberflächen (GUIs) mit Maus und Tastatur, gefolgt von Touchscreens auf Smartphones und Tablets. Ambient Computing markiert den nächsten logischen Schritt: weg von expliziten Eingaben hin zu kontextbasierten Interaktionen.

Im Ambient Computing verschwinden die traditionellen Schnittstellen weitgehend. Stattdessen nutzen wir unsere natürliche Stimme, Gesten, oder die Technologie erkennt einfach unsere Anwesenheit und unsere Bedürfnisse. Ein intelligentes Zuhause schaltet das Licht ein, wenn wir den Raum betreten, oder passt die Temperatur an, wenn wir uns dem Haus nähern. Ein vernetztes Auto erkennt, wenn wir müde sind und schlägt eine Pause vor. Dies erfordert ein tiefes Verständnis des menschlichen Verhaltens und des Kontexts.

Sprache
Natürliche Sprachverarbeitung (NLP)
Gesten
Bewegungserkennung, Computer Vision
Anwesenheit
Sensoren (Bewegung, Nähe, Wärme)
Kontext
Ort, Zeit, Aktivität, Nutzerprofil

Die Entwicklung hin zu diesen natürlichen Interaktionsformen ist nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern auch der Zugänglichkeit. Menschen, die Schwierigkeiten mit traditionellen Schnittstellen haben, können von Ambient Computing erheblich profitieren. Ebenso werden Technologien zugänglicher, die bisher eine gewisse technische Affinität erforderten.

Sprachassistenten als Vorboten

Sprachassistenten wie Alexa, Google Assistant oder Siri sind die wohl bekanntesten Vorboten des Ambient Computing. Sie haben uns daran gewöhnt, mit Technologie über Sprache zu kommunizieren. Diese Systeme werden jedoch immer intelligenter und kontextsensitiver. Sie lernen nicht nur unsere Stimmen und bevorzugten Befehle, sondern auch den Verlauf unserer Unterhaltungen und unsere Gewohnheiten.

Zukünftige Sprachassistenten werden in der Lage sein, proaktiv Ratschläge zu geben, bevor wir fragen, basierend auf unserem Kalender, unseren Nachrichten und unserer aktuellen Situation. Sie werden in der Lage sein, komplexe Anfragen zu verstehen, die mehrere Schritte beinhalten, und uns durch diese zu führen, ohne dass wir jeden einzelnen Befehl explizit formulieren müssen. Die fließende Konversation wird zur Norm.

Gesten und Körperhaltung als neue Eingabemethoden

Neben der Sprache gewinnen auch Gesten und die Interpretation von Körperhaltung an Bedeutung. Kameras und Sensoren in unserer Umgebung können subtile Bewegungen erkennen und interpretieren. Stellen Sie sich vor, Sie winken einer intelligenten Anzeige zu, um sie zu aktivieren, oder machen eine Handbewegung, um die Lautstärke zu ändern. Computer Vision-Technologien ermöglichen es Systemen, menschliche Gesten zu erkennen und darauf zu reagieren, was eine noch intuitivere Interaktion ermöglicht.

Diese Technologie ist besonders vielversprechend für Bereiche wie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR), wo natürliche Gesten die Immersion erheblich verbessern können. Auch in öffentlichen Räumen oder am Arbeitsplatz kann die Gestensteuerung eine kontaktlose und hygienische Interaktionsform bieten.

Anwendungsbereiche, die unseren Alltag verändern

Die potenziellen Anwendungsbereiche von Ambient Computing sind nahezu grenzenlos und reichen von der Gestaltung unserer Wohnräume bis hin zur Optimierung industrieller Prozesse. Überall dort, wo Technologie auf menschliche Bedürfnisse trifft und eine nahtlose, intelligente Interaktion von Vorteil ist, entfaltet Ambient Computing sein Potenzial.

Intelligente Haushalte (Smart Homes)

Das wohl am weitesten entwickelte Feld ist der intelligente Haushalt. Hier geht es darum, die Geräte im Haus miteinander zu vernetzen und sie intelligent zu steuern. Thermostate passen die Temperatur automatisch an, Lichter schalten sich ein und aus, je nachdem, ob jemand im Raum ist, und Sicherheitssysteme überwachen das Haus.

Aber Ambient Computing geht weiter: Das Kühlschrankmanagement könnte automatisch Einkaufslisten erstellen, basierend auf dem, was zur Neige geht. Die Kaffeemaschine könnte den Kaffee brühen, wenn Ihr Wecker klingelt. Das Unterhaltungssystem könnte Ihre Lieblingsmusik oder Ihren Lieblingsfilm starten, wenn Sie nach Hause kommen. Die Systeme lernen Ihre Gewohnheiten und passen sich proaktiv an, um Ihren Komfort und Ihre Effizienz zu maximieren.

Adoption von Smart-Home-Technologien (Prognose 2025)
Smarte Beleuchtung65%
Smarte Thermostate58%
Sicherheitskameras52%
Smarte Lautsprecher70%

Gesundheitswesen und Wohlbefinden

Im Gesundheitswesen hat Ambient Computing das Potenzial, die Patientenversorgung zu revolutionieren und das Wohlbefinden zu fördern. Wearables, die Vitaldaten wie Herzfrequenz, Schlafqualität und Aktivitätslevel überwachen, sind nur der Anfang. Diese Daten können von KI-Systemen analysiert werden, um frühzeitig Warnzeichen für gesundheitliche Probleme zu erkennen und medizinisches Personal oder den Patienten selbst zu benachrichtigen.

Für ältere Menschen kann Ambient Computing eine entscheidende Rolle spielen, um ihnen ein längeres selbstständiges Leben zu ermöglichen. Sturzerkennungssysteme, automatische Erinnerungen an Medikamenteneinnahme oder sogar die Überwachung von Verhaltensänderungen, die auf kognitive Beeinträchtigungen hindeuten, sind denkbare Anwendungen. Die Technologie agiert hier diskret im Hintergrund und bietet Sicherheit und Unterstützung, ohne die Privatsphäre oder Autonomie zu beeinträchtigen.

Transport und Mobilität

Im Bereich Transport und Mobilität verspricht Ambient Computing mehr Sicherheit und Effizienz. Vernetzte Fahrzeuge können miteinander und mit der Infrastruktur kommunizieren, um Staus zu vermeiden, Unfälle zu verhindern und die Routenoptimierung zu verbessern.

Wenn ein Fahrzeug beispielsweise eine plötzliche Bremsung registriert, kann es die nachfolgenden Fahrzeuge warnen, bevor der Fahrer die Gefahr überhaupt wahrnimmt. Intelligente Verkehrsleitsysteme passen Ampelschaltungen dynamisch an den Verkehrsfluss an. Im öffentlichen Nahverkehr könnten Ticketautomaten und Fahrgastinformationen kontextbezogen auf die Bedürfnisse der Reisenden reagieren, basierend auf deren Standort und Reiseziel.

Arbeitsplatz und Industrie

Auch am Arbeitsplatz und in der Industrie bietet Ambient Computing erhebliche Vorteile. In Produktionsanlagen können Sensoren und intelligente Systeme den Zustand von Maschinen überwachen, vorausschauende Wartung durchführen und Produktionsprozesse optimieren. Dies reduziert Ausfallzeiten und steigert die Effizienz.

Für Büroangestellte könnten intelligente Räume Besprechungsräume automatisch buchen, basierend auf dem Kalender und der Anwesenheit von Personen, oder die Beleuchtung und Temperatur an die Bedürfnisse der Besprechung anpassen. Kollaborationswerkzeuge könnten intelligenter werden und proaktiv relevante Informationen und Kontakte für laufende Projekte vorschlagen.

Die Technologie hinter dem Zauber: Sensoren, KI und Vernetzung

Ambient Computing ist kein einzelnes Produkt, sondern ein komplexes Ökosystem aus verschiedenen Technologien, die nahtlos zusammenarbeiten müssen. Die unsichtbare Intelligenz, die unsere Umgebung formt, basiert auf einer soliden technologischen Grundlage, die stetig weiterentwickelt wird.

Die Rolle von Sensoren und IoT

Sensoren sind die Augen und Ohren von Ambient-Computing-Systemen. Sie erfassen Daten aus der physischen Welt – Temperatur, Licht, Bewegung, Geräusche, Luftqualität und vieles mehr. Das Internet der Dinge (IoT) spielt hierbei die entscheidende Rolle, indem es eine riesige Anzahl von Sensoren und Geräten miteinander vernetzt und es ihnen ermöglicht, Daten zu sammeln und zu übertragen.

Von einfachen Bewegungsmeldern in intelligenten Lichtern bis hin zu komplexen medizinischen Sensoren in Wearables – diese Geräte liefern die Rohdaten, die für die Kontextualisierung und Entscheidungsfindung notwendig sind. Die miniaturisierung und Kostensenkung von Sensoren haben dazu beigetragen, dass diese Technologie immer weiter verbreitet ist.

Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen

Die gesammelten Sensordaten sind nur der erste Schritt. Erst durch künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) werden diese Daten aussagekräftig und nutzbar. KI-Algorithmen analysieren die Datenströme, erkennen Muster, lernen aus Verhalten und treffen Vorhersagen.

Maschinelles Lernen ermöglicht es Systemen, sich im Laufe der Zeit zu verbessern, ohne explizit neu programmiert zu werden. Ein intelligentes Heizsystem lernt beispielsweise Ihre Gewohnheiten und passt die Heizpläne an, um Energie zu sparen und gleichzeitig Ihren Komfort zu gewährleisten. Natürliche Sprachverarbeitung (NLP) ist ein Schlüsselbereich der KI, der es Systemen ermöglicht, menschliche Sprache zu verstehen und zu generieren, was die Grundlage für Sprachassistenten bildet. Computer Vision ermöglicht es Systemen, Bilder und Videos zu interpretieren, was für die Gestenerkennung und die Überwachung von Umgebungen unerlässlich ist.

"Ambient Computing ist die nächste Stufe der Mensch-Computer-Interaktion. Es geht darum, Technologie so zu verweben, dass sie uns unterstützt, ohne aufdringlich zu sein. Der Schlüssel liegt in der intelligenten Interpretation von Kontext und der Fähigkeit, proaktiv zu handeln."
— Dr. Anya Sharma, Leiterin des Instituts für Digitale Transformation

Konnektivität und Cloud/Edge Computing

Damit all diese Geräte und KI-Systeme effektiv zusammenarbeiten können, ist eine robuste Konnektivität unerlässlich. Technologien wie Wi-Fi, Bluetooth, 5G und zukünftige Standards sorgen für eine schnelle und zuverlässige Datenübertragung.

Ein Teil der Datenverarbeitung findet in der Cloud statt, wo leistungsstarke Server komplexe Analysen durchführen. Gleichzeitig gewinnt Edge Computing an Bedeutung. Dabei werden Daten näher an der Quelle verarbeitet, beispielsweise direkt auf einem Gerät oder einem lokalen Server. Dies reduziert die Latenzzeiten erheblich, was für Echtzeitanwendungen wie autonome Fahrzeuge oder industrielle Steuerungssysteme entscheidend ist. Edge Computing verbessert auch die Datensicherheit und den Datenschutz, da weniger sensible Daten über das Internet übertragen werden müssen.

Diese Kombination aus Cloud- und Edge-Computing ermöglicht es Ambient-Computing-Systemen, sowohl leistungsfähig als auch reaktionsschnell zu sein, während gleichzeitig die Anforderungen an Bandbreite und Latenzzeit minimiert werden. Die kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Infrastruktur ist entscheidend für die Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit zukünftiger Ambient-Computing-Lösungen.

Herausforderungen und ethische Implikationen

Trotz des enormen Potenzials birgt die rasante Entwicklung des Ambient Computing auch erhebliche Herausforderungen und wirft wichtige ethische Fragen auf, die nicht ignoriert werden dürfen. Die tiefgreifende Integration von Technologie in unser Leben erfordert eine sorgfältige Betrachtung von Datenschutz, Sicherheit und der potenziellen Entstehung neuer Ungleichheiten.

Datenschutz und Datensicherheit

Ambient Computing-Systeme sammeln und verarbeiten riesige Mengen an persönlichen Daten – von unseren Gewohnheiten und Vorlieben bis hin zu unseren Standortdaten und Gesundheitsinformationen. Die Frage, wer Zugriff auf diese Daten hat und wie sie geschützt werden, ist von zentraler Bedeutung. Eine Kompromittierung dieser Daten könnte gravierende Folgen für die Privatsphäre und Sicherheit des Einzelnen haben.

Die Notwendigkeit robuster Verschlüsselungsprotokolle, transparenter Datenrichtlinien und starker Benutzerkontrollen ist offensichtlich. Verbraucher müssen die Kontrolle darüber behalten, welche Daten gesammelt werden und wie sie verwendet werden. Die Entwicklung von datenschutzfreundlichen Architekturen, bei denen Datenverarbeitung so nah wie möglich an der Quelle stattfindet (Edge Computing), kann hierbei helfen.

Die Gesetzgebung hinkt oft der technologischen Entwicklung hinterher. Es ist entscheidend, dass Regierungen und internationale Organisationen proaktiv klare rechtliche Rahmenbedingungen für den Umgang mit den Daten schaffen, die durch Ambient Computing generiert werden. Siehe die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Europa als Beispiel für eine solche regulatorische Maßnahme. Wikipedia: Datenschutz-Grundverordnung

Die digitale Kluft und Zugänglichkeit

Während Ambient Computing das Potenzial hat, das Leben vieler Menschen zu verbessern, besteht die Gefahr, dass es auch die bestehende digitale Kluft weiter vertieft. Wenn fortschrittliche intelligente Technologien und die notwendige Infrastruktur nur für eine privilegierte Minderheit zugänglich sind, könnten andere benachteiligt werden.

Es ist wichtig, sicherzustellen, dass Ambient-Computing-Lösungen erschwinglich, benutzerfreundlich und für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich sind, unabhängig von ihrem technischen Wissensstand oder ihrem sozioökonomischen Hintergrund. Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen muss von Anfang an in die Designprozesse integriert werden.

Abhängigkeit und Kontrollverlust

Eine zu starke Abhängigkeit von automatisierten Systemen kann dazu führen, dass Menschen wichtige Fähigkeiten verlernen oder das Gefühl des Kontrollverlusts über ihr eigenes Leben entwickeln. Wenn alle Entscheidungen von Algorithmen getroffen werden, wie stellen wir sicher, dass diese Entscheidungen im besten Interesse des Menschen liegen?

Es ist unerlässlich, dass Ambient-Computing-Systeme als Werkzeuge zur Unterstützung und nicht als Ersatz für menschliche Urteilsfähigkeit konzipiert werden. Benutzer müssen die Möglichkeit haben, Entscheidungen zu übersteuern und die Systeme manuell zu kontrollieren. Ein bewusster Umgang mit der Technologie ist hier der Schlüssel. Dies erfordert auch eine ständige Überprüfung und Anpassung der Algorithmen, um sicherzustellen, dass sie menschliche Werte und ethische Prinzipien widerspiegeln.

"Wir müssen sicherstellen, dass die unsichtbare Macht der KI nicht zur unsichtbaren Kontrolle wird. Transparenz, Rechenschaftspflicht und die Betonung menschlicher Autonomie sind entscheidend, um das Vertrauen in Ambient Computing zu gewährleisten."
— Prof. Dr. Klaus Müller, Ethikforscher für digitale Technologien

Die Zukunft ist hier: Ein Ausblick auf das intelligente Leben

Die Entwicklung des Ambient Computing steht erst am Anfang, doch die Richtung ist klar: Technologie wird immer unsichtbarer, intelligenter und stärker in unsere Umgebung integriert. Die Zukunft verspricht ein Leben, in dem Technologie uns proaktiv unterstützt, uns hilft, effizienter zu sein, gesünder zu leben und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist.

Proaktive und prädiktive Unterstützung

In der Zukunft werden Ambient-Computing-Systeme nicht nur auf unsere Befehle reagieren, sondern unsere Bedürfnisse antizipieren. Ihr intelligentes Auto könnte Sie auf eine Verkehrsstörung hinweisen und eine alternative Route vorschlagen, bevor Sie überhaupt losfahren. Ihr Kalender könnte Sie an eine bevorstehende Aufgabe erinnern und Ihnen die benötigten Unterlagen automatisch bereitstellen.

Diese prädiktive Unterstützung wird durch die kontinuierliche Analyse von Mustern in unserem Verhalten, unserer Umgebung und externen Datenströmen ermöglicht. Die KI wird immer besser darin, unsere Absichten zu verstehen, noch bevor wir sie ausdrücken. Dies wird zu einer erheblichen Steigerung der persönlichen Produktivität und des Wohlbefindens führen.

Nahtlose Integration über Geräte und Umgebungen hinweg

Ein Kernaspekt der Zukunft des Ambient Computing ist die nahtlose Integration über verschiedene Geräte und Umgebungen hinweg. Ihre digitale Identität und Ihre Präferenzen werden Sie von Ihrem Zuhause über Ihr Auto bis zu Ihrem Arbeitsplatz begleiten, ohne dass Sie sich darum kümmern müssen.

Wenn Sie beispielsweise Ihr Smartphone zu Hause vergessen, wird Ihr intelligenter Lautsprecher Ihre Anrufe entgegennehmen und mit Ihrer Stimme antworten. Wenn Sie in Ihr Auto steigen, werden Ihre Navigationsziele und Ihre Musikwiedergabeliste automatisch geladen. Diese Interoperabilität ist entscheidend, um ein wirklich integriertes und reibungsloses Benutzererlebnis zu schaffen. Organisationen wie die Internet Initiative Deutschland e.V. (IID) setzen sich für offene Standards ein, die diese Interoperabilität fördern.

Die Rolle von Mixed Reality (MR)

Mixed Reality, die die reale und die virtuelle Welt verschmelzen lässt, wird ebenfalls eine wichtige Rolle im Ambient Computing der Zukunft spielen. Stellen Sie sich vor, Sie sehen durch Ihre intelligenten Brillen Informationen über die Objekte und Menschen, mit denen Sie interagieren.

Ein Handwerker könnte AR-gestützte Anleitungen direkt auf dem zu reparierenden Gerät sehen. Ein Architekt könnte virtuelle Modelle seiner Entwürfe in der realen Umgebung platzieren. Diese Überlagerung digitaler Informationen mit der physischen Welt wird die Art und Weise, wie wir lernen, arbeiten und mit unserer Umgebung interagieren, grundlegend verändern und Ambient Computing um eine visuelle Ebene erweitern.

Häufig gestellte Fragen zu Ambient Computing

Was ist der Hauptunterschied zwischen Ambient Computing und dem Internet der Dinge (IoT)?
Das Internet der Dinge (IoT) bezieht sich auf die Vernetzung physischer Geräte, die Daten sammeln und austauschen. Ambient Computing ist das übergeordnete Konzept, das diese vernetzten Geräte und deren gesammelten Daten nutzt, um eine intelligente, kontextsensitive und unaufdringliche Benutzererfahrung zu schaffen. Ambient Computing ist die Anwendung und Intelligenz, die über das IoT gelegt wird.
Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz (KI) in Ambient Computing?
Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) sind das Herzstück von Ambient Computing. Sie ermöglichen es Systemen, die von Sensoren gesammelten Daten zu interpretieren, Muster zu erkennen, aus dem Verhalten der Nutzer zu lernen und Vorhersagen zu treffen. KI ist entscheidend für die Kontextsensitivität und die proaktive Unterstützung, die Ambient Computing auszeichnet.
Wie sicher ist Ambient Computing in Bezug auf meine persönlichen Daten?
Datenschutz und Datensicherheit sind zentrale Herausforderungen beim Ambient Computing. Die Systeme sammeln große Mengen persönlicher Daten. Es ist entscheidend, dass Anbieter robuste Sicherheitsmaßnahmen wie Verschlüsselung und transparente Datenschutzrichtlinien implementieren. Verbraucher sollten darauf achten, wie ihre Daten gesammelt und verwendet werden und ihre Datenschutzeinstellungen entsprechend konfigurieren. Die Entwicklung und Regulierung in diesem Bereich schreitet voran, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Muss ich für Ambient Computing spezielle Geräte kaufen?
Ambient Computing integriert sich in viele bestehende Geräte und Umgebungen. Während spezielle "smarte" Geräte wie intelligente Lautsprecher oder Thermostate die Erfahrung verbessern können, kann Ambient Computing auch durch die intelligente Vernetzung und Steuerung vorhandener Technologien erreicht werden. Die fortschreitende Entwicklung bedeutet, dass immer mehr Geräte standardmäßig mit Ambient-Funktionen ausgestattet sein werden.